„Nase ausbessern“: Dänische Regierungschefin wehrt sich gegen Bodyshaming

Politik

Frauen in der Politik sehen sie sich bei der Ausübung ihrer Ämter noch immer mit Vorurteilen sowie strukturellem Sexismus konfrontiert – weitaus häufiger, als ihre männlichen Kollegen.

Die ehemalige finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin etwa beschreibt in ihren Memoiren sexistische Angriffe auf die weiblichen Mitglieder ihrer damaligen Regierung.

„Ernsthaft jetzt?“

Nun muss sich auch Mette Frederiksen, die dänische Regierungschefin, mit Kommentaren zu ihrem Aussehen herumschlagen. Auslöser war nach ihren Angaben die Nachricht eines Mannes, der sich auf Social Media als Schönheitschirurg vorstellte und eine „Korrektur an ihrer Nase“ anbot.

Frederiksen veröffentlichte einen Screenshot besagter Nachricht auf ihrem Instagram-Account, schwärzte aber den Namen des Absenders. Der Text der Nachricht an sie lautete: „Hey Mette, sollen wir die kleine Stelle an deiner Nase ausbessern?“

Die 48-Jährige reagierte in dem Beitrag mit den Worten: „Ich brauche keinen männlichen Schönheitschirurgen, der sich zu meinem Körper äußert.“ 

Sie sei gerade erst aus Kiew zurückgekommen, berichtet Frederiksen. „Das Letzte, was ich hörte, war die Luftschutzsirene.“ Und dann sei das erste, was sie danach gelesen habe, diese Nachricht gewesen. „Ernsthaft jetzt?“, fragt die Ministerpräsidentin Dänemarks.

Mette Frederiksen: „Bin mit meinem Körper zufrieden“

Sie schreibt auf Instagram weiter: „Ich habe längst aufgehört zu zählen, wie viele Nachrichten zu meinem Aussehen ich im Laufe der Jahre erhalten habe.“ Dabei nannte sie unter anderem Kommentare über „hässliche Zähne“, „dünner werdendes Haar“ oder „Empfehlungen“ für Botox.

Die Ministerpräsidentin, die Dänemark seit sieben Jahren regiert, betont: „Ich bin mit meinem Körper vollkommen zufrieden – so wie er eben ist, wenn man als Frau auf die 50 zugeht.“ Auf das „Angebot“ des Schönheitschirurgen antwortet sie mit einem klaren „Nein, danke“ und ergänzt: „Wenn ihr mir schreiben wollt (und das könnt ihr gerne tun), hoffe ich, dass ihr eure Zeit nutzt, um über etwas Sinnvolleres zu sprechen. Nicht über meine Nase.“

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Die Ministerpräsidentin sagte außerdem, dass die unaufgeforderten Schönheitstipps und Vorschläge sie „empört“ hätten. Doch statt sich davon grämen zu lassen, sende sie „einen besonders liebevollen Gedanken an alle, die sich mit den ‚perfekten Unvollkommenheiten‘ abfinden müssen, mit denen wir alle jeden Tag herumlaufen.“

Ob männliche Politikern wohl auch so viele Nachrichten zu ihren „körperlichen Unvollkommenheiten“ zugeschickt bekommen? Wohl eher nein. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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