Mitten in der Krise: Öl- und Gasvorstand der OMV wird nicht verlängert

Wirtschaft

Kampfabstimmung über Vize-CEO Johann Pleininger, Entscheidung nicht einstimmig, Differenzen über Konzern-Strategie.

Bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der teilstaatlichen OMV am Freitag überschlugen sich die Ereignisse. Auf der Tagesordnung stand der Punkt Vorstandsangelegenheiten. Was schon für heftige Spekulationen im Konzern sorgte. Erst kurzfristig vor der Sitzung brachte Aufsichtsratsvorsitzender Mark Garrett den Antrag ein, den Vertrag von Öl- und Gasvorstand und Vize-CEO Johann Pleininger, 60, nicht zu verlängern. Dessen Vorstandsmandat läuft mit 31. August 2023 aus. Ein Jahr vorher muss der Aufsichtsrat entscheiden, ob der Vertrag verlängert wird oder nicht.

Es gab heftige, stundenlange Diskussionen, ob es klug sei, ausgerechnet mitten in der größten Energiekrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs den einzigen Öl- und Gasexperten im Vorstand des wichtigsten Energieversorgers Österreichs nicht weiter an Bord zu behalten.

Mubadala und ÖBAG

Schließlich kam es zu einer Kampfabstimmung. Die beiden größten Aktionäre, Mubadala (Abu Dhabi) und die Staatsholding ÖBAG, die über einen Syndikatsvertrag die Mehrheit halten, stimmten gegen Pleininger. Es soll aber auch Pro-Stimmen gegeben haben.

„Der Aufsichtsrat hat beschlossen, das Mandat von Vorstandsdirektor Pleininger nicht zu verlängern, und wird zeitgerecht für eine geeignete Nachfolge sorgen“, bestätigte OMV-Sprecher Andreas Rinofner auf Anfrage des KURIER.

Pleininger ist OMV-Urgestein, er begann als Lehrling. Er sanierte die ehemals staatliche, schwer marode rumänische Konzerntochter Petrom. Der Bereich Exploration & Produktion des gut vernetzten Top-Managers fährt Milliardengewinne ein.

Differenzen

Pleininger ist allerdings mit CEO Alfred Stern über die Strategie der OMV uneins. Stern sieht die Zukunft langfristig nicht mehr im Öl- und Gasgeschäft. Pleininger dagegen forciert den Plan, Öl- und Gas in eine eigene Energiegesellschaft abzuspalten, für die es einen Investor geben soll. Außerdem setzt sich Pleininger für die umweltschonende Förderung von Schiefergas im Weinviertel ein. Die Reserven könnten vermutlich den Bedarf Österreichs auf etliche Jahre abdecken und damit die Unabhängigkeit vom russischen Gas ermöglichen. Stern sieht dieses Thema kritischer.

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andrea.hodoschek@kurier.at

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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