Vienna Design Week öffnet Harry-Glück-Bau am Hietzinger Kai

Wirtschaft

Die Vienna Design Week feiert ihren 20. Geburtstag. Zu diesem runden Jubiläum hat Festivaldirektor Gabriel Roland wieder eine architektonisch spannende Zentrale gefunden. Es ist ein von Harry Glück geplantes Bürohochhaus am Hietzinger Kai 101. Vom 25. September bis 4. Oktober haben die Besucher ein letztes Mal die Gelegenheit, das Gebäude in seiner ursprünglichen Form kennenzulernen – und das bei freiem Eintritt.

Die ehemalige Zentrale der Allianz Versicherung wurde von 1974 bis 1976 nach Plänen des vor zehn Jahren verstorbenen Architekten errichtet und bietet den Besuchern neben vielfältigen und großzügigen Ausstellungsflächen auch so manche Kuriosität: Im und rund um das neunstöckige Gebäude nutzt das Festival neben ehemaligen Vorstandsbüros beispielsweise auch die frühere Kantine mit vorgelagerter Terrasse und idyllischem Garten, eine Schnellzulassungsstelle, den Kindergarten und die Kegelbahn im Untergeschoß. 

Als bekanntestes Projekt von Harry Glück gilt der vor fünfzig Jahren errichtete Wohnpark Alterlaa. Wie die ikonischen Wohnpyramiden in Liesing zählt auch der Solitär am Hietzinger Kai durch seine Größe, seine markante geometrische Form und seine blauen Fenster zu den prägenden Baukörpern in Unter-St.-Veit. Das Gebäude wird vom neuen Eigentümer Kollitsch Invest für die Vienna Design Week zur Verfügung gestellt.

Programm in ganz Wien 

Doch die Festivalzentrale in Hietzing ist nur eine von 60 Locations am Wiener Stadtplan. In Ausstellungen, Interventionen, Workshops, Talks und Touren veranschaulichen Beiträge aus Bereichen wie Social Design, Handwerk, Kreislaufwirtschaft, Kunst und Architektur, welche wichtige Rolle die Arbeit von Designern für das Zusammenleben in einer Stadt spielt. 

Seit ihrem Bestehen bringt die Vienna Design Week im Rahmen der Passionswege internationale und österreichische Designer mit Wiener Handwerksbetrieben zusammen. Zum Jubiläum öffnen etwa die Wiener Silber Manufactur und Lobmeyr ihre Archive und Geschäftsräume und zeigen ausgewählte Projekte aus zwei Jahrzehnten Passionswege.

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Eine neue Paarung bilden heuer die Künstlerin Anna Paul und die Floridsdorfer Seilerei Haanl. Gemeinsam lösen sie das Seil aus seiner gewohnten Funktion und machen seine Struktur, Haptik und skulpturale Präsenz zum Ausgangspunkt einer Serie überdimensionierter Objekte. In der Lobby der Festivalzentrale werden diese zum Sitzen, Verweilen und Spielen einladen.

Das beliebte Format „Design Everyday“ macht auch 2026 die Gestaltung von Alltagsgegenständen zum Thema. Zentrales Element ist die Ausstellung „Design für den Gebrauch“, die in der Festivalzentrale eine bemerkenswerte Auswahl von österreichischen Designern gestalteter Gegenstände versammelt.

Zukunft der Zentrale 

Die Immobilie wird nach dem Festival einer neuen Nutzung zugeführt. Ein neues Zentrum für das Grätzl soll entstehen, wie Sophie Braun vom Development Management bei Kollitsch Invest erzählt: „Es wird ein hybrider Bau mit viel Platz für das Asset Wohnen, aber auch andere Nutzungen wie Supermarkt, Kindergarten oder Fitnesscenter könnten hier Platz finden. Wir sind noch mitten in der Planung.“ Das Erscheinungsbild wird sich auf jeden Fall massiv verändern, „denn vieles ist kaputt und Wohnen braucht Freiflächen.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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