Stocker sieht „hartes Urteil“ für Wöginger, Grüne fordern „Sinneswandel in ÖVP“

Politik

Sieben Monaten bedingte Haft, dazu eine Geldstrafe von 43.200 Euro wegen Amtsmissbrauch. So lautet das nicht rechtskräftige Urteil gegen August Wöginger im sogenannten Postenschacher-Prozess. Ein Urteil mit Folgen – auch für Wöginger selbst, der unmittelbar nach Verkündung des Urteils auch politisch seine Konsequenzen zog und als Klubchef der ÖVP zurücktrat. Er hoffe nach wie vor auf einen Freispruch in der nächsten Instanz, seine Arbeit als Klubchef brauche aber seine volle Aufmerksamkeit begründete Wöginger seinen Schritt. Er werde sich nunmehr auf seine Arbeit als Sozialsprecher im Parlament konzentrieren. 

ÖVP-Chef Christian Stocker sprach in einer ersten Reaktion von einem „harten Urteil“. Er respektiere aber „die Entscheidung und die Gründe von August Wöginger, die Funktion des Klubobmanns zurückzulegen“, sagte der Bundeskanzler.

Der Bundeskanzler dankte Wöginger „im Namen der Österreichischen Volkspartei“ für seine „langjährige, erfolgreiche Tätigkeit als Klubobmann“. „Es ist ein erstinstanzliches, im Strafausmaß sehr hartes Urteil. Ich persönlich hätte August Wöginger einen Freispruch in diesem Verfahren gewünscht.“ Auch verwies Stocker auf Wögingers Ankündigung, Rechtsmittel gegen dieses Urteil einzulegen, „sodass die Entscheidung des Erstgerichtes im Rechtsmittelverfahren zu überprüfen sein wird“.

Rücktritt „menschlich verständlich“

Auch ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti erklärte, das vorliegende Urteil sei nicht rechtskräftig.  Es sei „menschlich verständlich“, dass Wöginger aufgrund des langen Verfahrens und der Öffentlichkeit an seine persönlichen Grenzen gestoßen ist und seine Funktion des Klubobmanns des ÖVP-Parlamentsklubs zurücklegt. „August Wöginger hat als Abgeordneter weiterhin unser Vertrauen“, so der Generalsekretär, der sich dem Dank Stockers anschloss.

Gewessler fordert Sinneswandel in ÖVP

Grünen-Chefin Leonore Gewessler bezeichnete den Rücktritt Wögingers indes als „wichtig und angebracht“. Es solle „aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Volkspartei vom Kanzler abwärts einen Sinneswandel braucht“, ergänzte sie. 

  Urteil im Wöginger-Prozess erwartet: Die möglichen Szenarien

Alle hätten die Vorwürfe kleingeredet und die Justiz attackiert. „Dieses Verhalten hat der Glaubwürdigkeit von Politik massiv geschadet. Diese Entwicklung ist gefährlich – und wir sollten sie nicht einfach hinnehmen“, so die Grünen-Chefin und forderte, dass alle Beteiligten „die überfällige Lehre“ aus der nicht-rechtskräftigen Verurteilung ziehen.

Dieser Artikel wird laufend um weitere Stellungnahmen aktualisiert

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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