Ab 50 wirds echt mühsam: Die Jobsuche dauert immer länger

Wirtschaft

Im Corona-Jahr 2020 mit seinem massiven Wirtschaftseinbruch aufgrund der Lockdowns schnellte die Arbeitslosigkeit in Österreich auf 12,7 Prozent hinauf. Schon zwei Jahre später hatte sie sich wieder auf 6,2 Prozent halbiert. Seither ist die Wirtschaft nicht wirklich angesprungen. Wenig verwunderlich also, dass die Arbeitslosigkeit seither steigt und steigt. Im April 2026 ist die Arbeitslosenquote mittlerweile bei 7,5 Prozent angekommen und somit wieder ungefähr auf dem Vorkrisenniveau, womit gemeinhin das Jahr 2019 gemeint ist.

AMS und Sozialministerium haben am Montag die neuesten Daten für den April bekannt gegeben und da zeigt sich, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit weiter geht – plus 1,5 Prozent beziehungsweise 5.711 Menschen auf 398.342 Arbeitssuchende (inklusive Schulungsteilnehmern). Insbesondere die Dauer der Arbeitslosigkeit verfestigt sich, was an der Anzahl der „Langzeitbeschäftigungslosen“ abzulesen ist.

Darunter werden arbeitslose Menschen verstanden, die schon länger als ein Jahr ohne Job sind und Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit (z. B. Schulung, Auslandsaufenthalt etc.) länger als 62 Tage gedauert haben. Dann fängt die einjährige Frist neu zu laufen an.

Nun, laut AMS-Statistik betrifft die Langzeitbeschäftigungslosigkeit mittlerweile 103.322 Menschen, ein Anstieg um immerhin 12.151 Betroffene bzw. 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Aussendung des Sozialministeriums stellt die „anhaltend steigende Langzeitbeschäftigungslosigkeit die aktuell größte Herausforderung am österreichischen Arbeitsmarkt dar“.

Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei 32 Prozent, wobei insbesondere ältere Menschen (50+ Jahre: 43 Prozent) sowie Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (50 Prozent) besonders betroffen sind. 

AMS-Chef Johannes Kopf sieht die Senkung der Lohnnebenkosten als wichtigen Impuls für die Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, übt aber Kritik an den höheren Abgaben für über 60-Jährige, da dies deren ohnehin schwierige Einstellungschancen weiter verschlechtere.

  Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter: Hunderttausende sind ohne Job

134 Tage im Durchschnitt

Abzulesen ist der betrübliche Trend auch an der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit über alle Alters- und Berufsgruppen hinweg. Arbeitslose brauchen in Österreich im Durchschnitt bereits 134 Tage oder rund viereinhalb Monate, um einen Job zu finden. Das sind im Vergleich zum April 2025 zehn Tage mehr.

Doch es gibt auch große geschlechtsspezifische Unterschiede. So ist die aktuelle Zunahme der Arbeitslosigkeit vor allem ein Frauenproblem. „Während der Bau rückläufige Arbeitslosenzahlen aufweist und auch die Industriearbeitslosigkeit sich weitestgehend stabilisiert hat, steigt die Arbeitslosigkeit im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen, also in zwei Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, noch deutlich“, sagt Kopf.

Dementsprechend stieg die Zahl der vorgemerkten Frauen inklusive Schulungsteilnehmerinnen um 4,9 Prozent, bei den Männern gab es hingegen einen Rückgang von 1,6 Prozent.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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