Neuer Capitals-Trainer Mike Stewart: Eiserne Faust und 100 Stiche im Gesicht

Sport

In der Klub-Chronik der Vienna Capitals muss man schon weit zurückblättern, um den letzten Trainer mit österreichischem Pass zu finden, der als Headcoach in die Saison starten durfte. 2003 war dies Kurt Harand, der dann vom späteren Meistercoach Jim Boni abgelöst wurde. 

2026 wird wieder ein ehemaliger österreichischer Teamspieler die Wiener anführen: Mike Stewart ist der neue Headcoach der Vienna Capitals. Der 53-jährige Austro-Kanadier erhält einen Vertrag für zwei Saisonen und soll bei den Wienern eine neue Ära einläuten, wie auch Sportdirektor Christian Dolezal betont: „Mike Stewart war von Anfang an unser Wunschkandidat. Er steht für einen modernen Coaching-Stil, ist sehr kommunikativ und hat stets einen guten Draht zu seinen Teams.“ 

In einem ersten Statement sagte Stewart: „Wien ist eine tolle Eishockeyadresse, verfügt über viel Eishockeytradition und eine großartige Fanbase. Ich habe viele Gespräche mit Christian Dolezal geführt und konnte mich auch selbst davon überzeugen, dass die Bedingungen für die Mannschaft super sind. Wir wollen in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen. Mir gefällt die Challenge. Wien ist Wien und die Caps sind ein Name, deswegen fiel mir die Entscheidung sehr leicht.“

Stewart, der aufgrund seiner Härte als Spieler den Beinamen „Iron Mike“ hatte, war seit 2012 Trainer in Deutschland, seit 2015 in der höchsten Liga DEL, davon vier Jahre in Augsburg, eines in Köln und zuletzt fünf Jahre in Wolfsburg. 

Der ehemalige Star-Verteidiger ist also ein Mann für langfristige Ziele. Genau diese haben die Wiener auch. Nach drei Saisonen ohne Viertelfinale wollen und müssen die Capitals den nächsten sportlichen Schritt machen. Die wirtschaftliche Basis ist breiter geworden, 140 Partner haben die Wiener. Und der Zuschauerschnitt war in der vergangenen Saison mit 5.128 der höchste in der Klubgeschichte – trotz der bescheidenen sportlichen Leistungen.

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Als Spieler war Stewart eine Legende beim Villacher SV und für seine Härte gefürchtet. Er und das damalige Capitals–Raubein Phil Lakos waren die Titanen der Liga, die sich gegenseitig schätzten und nie gegeneinander gekämpft haben. 

Als Mike Stewart noch ein Jungprofi gewesen war, meldete er sich in einer Boxschule an. „Ich war der einzige Weiße im Klub. Sie nannten mich die große weiße Hoffnung“, erzählte er der Augsburger Allgemeine. Mehr als 100 Boxkämpfe trug er in seiner Karriere aus, alle auf dem Eis.

Ältere Eishockey-Fans können bestätigen, dass Stewart kaum einen Kampf verloren hat. „Ich habe noch alle Zähne.“ Die Narben von rund 100 Stichen im Gesicht sieht man kaum noch. 

Die Mannschaft der Wiener wird sich wieder ein wenig ändern: Im Tor wird mit zwei Österreichern geplant, für die Verteidigung kommt aus Graz Top-Defender Nick Bailen und im Sturm soll Konstantin Komarek die Spielmacherposition im zweiten Angriff übernehmen. Der Wiener war seit 2016 im Ausland und war zuletzt Kapitän bei Västeräs in der zweiten schwedischen Liga. Außerdem ist der russische Villach-Stürmer Nikita Sherbak im Gespräch. Insgesamt planen die Wiener mit acht Legionären und könnten also im Saisonverlauf weiter nachrüsten.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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