
Das Getränke-Start-up Waterdrop feiert heuer sein zehnjähriges Jubiläum und eine Mega-Finanzierungsrunde von über 100 Millionen Euro. Investiert haben Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Was sich in zehn Jahren verändert hat und wie man das Geld nun einsetzen wird, erklärt der Gründer und Co-CEO Martin Murray in einem Gespräch.
KURIER: Waterdrop hat mehr als fünf Millionen Online-Kunden, erzielt Umsätze von rund 150 Millionen Euro, hat über 20.000 Verkaufsstellen und 50 eigene Stores. Das klingt doch schon mal sehr gut. Trotzdem: Wie viel Wachstumspotenzial hat Ihre Firma noch?
Martin Murray: Ehrlicherweise ist da noch ganz viel Luft nach oben. Selbst mit 150 Millionen sind wir noch ein kleiner Zwerg in der Getränkelandschaft. Wir sind in unseren Heimmärkten nicht einmal ansatzweise saturiert. Wir haben aber den Vorteil, dass wir in einem der größten Märkte operieren. Es gibt etliche Firmen, die zweistellige Milliardenumsätze mit Getränken machen. 25 Märkte haben wir bereits, wir wollen auf mindestens 150. Dafür haben wir sicherlich noch zehn bis zwanzig Jahre Zeit. Wir stehen auch nicht unter Druck, wir haben sehr tolle Investoren, die uns langfristig unterstützen.
Stichwort Investition: Sie konnten eine Finanzierungsrunde von über 100 Millionen Euro abschließen. Wofür wird das Kapital nun eingesetzt?
Was wir kurzfristig machen, ist, weiter in unsere Produktionskapazität zu investieren. Wir investieren jetzt auch weiterhin in fünf bis sechs verschiedene Regionen. Etwa in Deutschland, wo wir ein eigenes Büro aufmachen, in Paris, wir schauen uns den Nahen Osten, Australien, Japan und mit Vorsicht die USA an. Ein Thema ist auch globales Marketing. Wir werden sicherlich weitere Investitionen in Sport tätigen und mit Markenbotschaftern einen Deal abschließen.
Welche Innovationen sind geplant?
In der Welt der Getränke haben wir unsere Microdrinks, da bringen wir immer wieder neue Sorten heraus, ebenso die Energy-Produkte. Neu ist das Thema Elektrolyte. Wir sind da stark im Sport investiert, vor allem im Tennis, wo wir mit Microlyte ein geniales Elektrolytprodukt haben, das Hobbysportlern hilft. Weitere Themen, die wir uns hier anschauen, sind Gut Health, Longevity und das Immunsystem.
Sie interessieren sich aber auch für Wasserfilterung.
Unsere Überzeugung ist, dass Wasser eine Plattform sein und dezentral zur Verfügung stehen soll. In Ländern wie Österreich haben wir das Glück, dass es Trinkwasser gibt. Aber es gibt viele Länder, die nicht das Glück haben, ausreichend Trinkwasser zu haben. Deswegen überlegen wir, welche Aktivkohle- oder UVC-Technologien es gibt, die das Wasser entkeimen, um Ländern zu ermöglichen, Leitungswasser zu filtrieren und sicher zu trinken. Da sind aber keine Mineralstoffe und Ähnliches mehr drinnen. Mit Waterdrop kann man das Wasser wieder aufpeppen.
Zehn Jahre Waterdrop – Was hat sich seit 2016 in ihrer Firma verändert?
Waterdrop war vor zehn Jahren eigentlich nur eine Idee. Es waren zehn PowerPoint-Folien, ohne relevante Erfahrung, ohne Geld. Und wir haben es in zehn Jahren mit sehr viel Herzblut und Überzeugungskraft geschafft, ein international florierendes Unternehmen aufzubauen. Grundlegend hat sich an der Vision nichts verändert: Was damals auf unseren Slides gestanden ist, steht immer noch drauf. Wir wollen dazu beitragen, dass weniger Zuckerwasser und Plastikflaschen konsumiert werden. Und wir wollen, dass Kunden gesünder und nachhaltiger leben. Was …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



