
Der Blick aus dem Fenster mag mancherorts täuschen: Pfützen auf den Straßen und grauer Himmel lassen auf ein Ende der extremen Trockenheit hoffen. Doch die Bilanz der Klimatologen ist ernüchternd. Zwar hat es fast überall in Österreich geregnet, aber leider war es nur der oft zitierte „Tropfen auf den heißen Stein“, zeigt die neueste Analyse der GeoSphere Austria zum Regen der vergangenen 48 Stunden.
Nur punktuelle Entspannung
Laut den aktuellen Messstationen gab es signifikante Niederschlagsmengen lediglich in ausgewählten Regionen, und zwar:
Innviertel
Wechselgebiet
Mürztal
Wiener Becken (hier kamen immerhin 20 Millimeter dazu)
In weiten Teilen des Landes blieb der Regen jedoch eine Randerscheinung. Besonders kritisch bleibt die Lage im Wald- und Mostviertel, wo der Niederschlag fast gänzlich ausblieb.
Defizit in Zahlen
Wie groß die Lücke im Wasserhaushalt tatsächlich ist, verdeutlicht der Vergleich mit den langjährigen Mittelwerten (1991–2020). Besonders drastisch zeigt sich dies am Beispiel von Zwettl und Tamsweg: (Anmerkung: In der Meteorologie entspricht 1 Millimeter (mm) Niederschlag genau 1 Liter Wasser auf einer Fläche von 1 Quadratmeter.
Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria stellt klar: „Selbst dort, wo es geregnet hat, fehlt oft noch die Hälfte auf den normalen Mittelwert.“ In Tamsweg etwa brachten die letzten Tage nur zwei Millimeter – bei einer Trockenheit, die mittlerweile das Niveau von Wien erreicht hat.
Fazit: Österreich bleibt eine Trockenzone
Auch wenn das Wiener Becken oder das Burgenland ein kurzes Aufatmen verzeichnen konnten, bleibt das Resümee der Experten pessimistisch. Von einer flächendeckenden Entspannung kann keine Rede sein. „Bis auf ein paar Ausnahmen ist es in nahezu ganz Österreich weiterhin sehr trocken“, so Orlik.
Selbst Regionen, die für ihre Niederschläge bekannt sind, wie der Loiblpass (Kärnten), hinken einer normalen Situation trotz der jüngsten 45 Millimeter Regen massiv hinterher. Die Natur braucht deutlich mehr und vor allem ausgiebigeren Landregen, um das Defizit der letzten Monate auszugleichen.
Source:: Kurier.at – Politik



