
Nach dem Cupsieg und damit dem ersten Titel ihrer Geschichte hatten die Austria-Wien-Frauen bereits das Double vor Augen. Nach dem 3:2 von SKN St. Pölten bei Sturm Graz hatten es die Veilchen vergangenen Samstag vor den eigenen Füßen. Ein Sieg gegen Red Bull Salzburg – wie zuletzt im Cupfinale – hätte den ersten Meistertitel ihrer Historie besiegelt. Doch die Wienerinnen waren offensiv zu ungefährlich, der SKN jubelte über die Punkteteilung in Wien. Denn damit blieb der Serienmeister noch im Rennen um den nächsten Titel.
Im direkten Duell geht es am Samstag (14.00/live ORF 1) in Wien Favoriten nun um den Titel. Der SKN braucht einen Sieg, während für die Austria bereits ein Unentschieden reicht. Und auch wenn es nochmal eng geworden ist, hat die Austria in dieser, aber auch in den beiden vergangenen Saisonen gezeigt, dass man es ernst meint mit dem Frauenfußball.
Mutter des Erfolgs
Dass es die Veilchen so weit geschafft haben, ist kein Zufall, sondern ist mit einer bewussten Bereitschaft für den Frauenfußball entstanden. Und wenn man in die Runde fragt, wo diese herkommt, fällt oft ein Name, der nicht mehr im Organigramm der Austria zu finden ist: Lisa Makas.
Zweieinhalb Jahre war die Ex-Teamspielerin nach ihrer aktiven Karriere ab 2023 als sportliche Leiterin hier für die Weiterentwicklung des Frauenteams verantwortlich. „Als ich unter Präsident Frank Hensel Sportdirektorin werden sollte, sagte ich ihm, dass ich es nur unter der Bedingung mache, dass der Verein mit dem nötigen Commitment zum Frauenfußball mitzieht“, erinnert sie sich im KURIER-Gespräch. Es ging darum, „etwas zu investieren“. Und dabei sei nicht in erster Linie das Budget gemeint.
Ressourcen nutzen:
Vielmehr ging es darum, die für die Männer der Austria ohnehin vorhandenen Ressourcen zu nutzen: Fußballplätze, Kraftkammern, Staff wie Physiotherapeuten oder Zeugwarte. „Es gab null Anbindung an die Männer.“ Makas erzählt, wie sie durchsetzte, dass die Dressen der Frauen vor Ort gewaschen werden – und nicht mehr zu Hause in der eigenen Waschmaschine.
Internes Commitment:
„Ich war sicher vielen lästig, wie in diesem Fall“, sagt Makas. „Aber die Führung hat all das akzeptiert.“ Die Chance, bei den Frauen Titel gewinnen zu können, dürfte es den oberen Etagen angetan haben. Dennoch seien „viele Kämpfe“ zu bestreiten gewesen, so Makas: „Ich war bei den Männerspielen immer in den VIP-Boxen, um Paten auch für das Frauenteam zu finden.“ Auch vom Verein kam immer mehr Geld für die Frauen. „Aber überschaubare Mehrbeträge im Vergleich zum Männerfußball“, relativiert Makas.
Heimstätte Generali Arena:
Sichtbarkeit und Vorbilder zu schaffen, sagt Kapitänin Carina Wenninger zum KURIER, sei ein Schlüsselfaktor gewesen. Dazu sei das Bekenntnis gekommen, alle Spiele „daheim“ im Austria Stadion am Horr-Platz zu spielen. An den steigenden Zuschauerzahlen sei das erkennbar gewesen.
Trainer Stefan Kenesei:
„Ich bin Austrianer von Kindesbeinen an“, sagt Stefan Kenesei. „Mein großes Ziel war immer, mit dem Klub als Trainer hier erfolgreich zu sein.“ Makas holte Kenesei als Coach, die beiden verstanden sich auf Anhieb. Seit ihrem Abgang nach Deutschland hat er auch den Job des Sportdirektors inne.
Physis verbessern:
Über die Art, Fußball zu spielen habe man sich sofort verständigen können. Der erste gemeinsame Schritt sei gewesen, „körperlich …read more
Source:: Kurier.at – Sport



