Ausweitung der Kunstzone: Studie sieht 6,2 Mrd. Euro Wertschöpfung

Kultur

Studie. Über die Frage „Was ist Kunst?“ lässt sich auch dann lange diskutieren, wenn man sie nicht aus philosophischer, sondern aus rein ökonomischer Perspektive stellt: Die Mitarbeitenden österreichischer Hotels, Restaurants oder Logistikbetriebe partizipieren nämlich auch an dem, was eine neue Studie als das „Ökosystem Kunst“ definiert.

Die Wirtschaftsforscher Michael Paul und Anna Kleissner haben – auf Basis von Wirtschaftsdaten der Statistik Austria und weiterer Brancheninformationen – errechnet, dass dieses System, zu dem u. a. auch Kunstausbildung und Einzelhandel zählen, eine Bruttowertschöpfung von rund 6,2 Milliarden Euro pro Jahr auslösen – das sei vergleichbar mit der Getränke- und Tiefbaubranche. Rund 90.000 Arbeitsplätze und rund 2,8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben seien direkt oder indirekt mit der bildenden Kunst verbunden.

Beauftragt wurde die Studie vom Verband Österreichischer Galerien, der auf eine bessere Vernetzung der Kunstszene mit Kräften aus Tourismus, Stadt- und Standortmarketing und anderen Wirtschaftszweigen pocht: Das ökonomische Potenzial des Kunstsystems, das neben Ausstellungen in Museen auch ständigen Input aus der jungen Szene benötigt, werde nicht ausgeschöpft.

Nach der Einstellung der Kunstmesse „Viennacontemporary“ arbeitet ein eigener Verein von derzeit 32 Galeristen an der Ausrichtung einer neuen Messe, die ab 2027 auch andere Aktivitäten der Kunstszene bündeln und damit wieder die Attraktivität Wiens für internationales Publikum erhöhen soll. Die Branchenvertreter signalisierten bei der Studienpräsentation „Aufbruchsstimmung“; an der in Sparzeiten eher unrealistischen Forderung nach geringeren Mehrwertsteuersätzen und steuerlicher Absetzbarkeit bei Kunstkäufen halten sie fest. Michael Huber

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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