Industriestrategie: 2 neue Maßnahmen vorgestellt

Wirtschaft

Im Jänner hat die Regierung ihre Industriestrategie 2035 vorgestellt. Am Donnerstag wurde über die ersten fünf Monate Resümee gezogen. Von den 117 geplanten Maßnahmen befänden sich aktuell 42 in Umsetzung, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Am Wiener Standort von TTTech wurden am Dienstag aber auch zwei neue Maßnahmen zur Reindustrialisierung des Landes vorgestellt.

„Wir brauchen mehr Pace“

„35 Prozent unserer geplanten Maßnahmen werden schon umgesetzt. Dieses Tempo ist angesichts der geopolitischen Situation und der Wettbewerbssituation in Europa auch dringend notwendig“, so Hattmannsdorfer. Das Wachstum am eigenen Kontinent sei im Vergleich mit anderen Weltregionen gering. „Da brauchen wir mehr Pace.“ Mit der Industriestrategie wolle man besonders 9 Schlüsseltechnologien stärken, sagt Innovationsminister Peter Hanke. Der Weltraum-Sektor, in dem auch TTTech reüssiert, sei ein Bereich, der „unglaubliche Umsatzzuwächse“ verspreche. Es sei eine der Nischen, von denen Österreich durch seine „Hidden Champions“ profitieren könne.

Umsetzung von Projekten mit Gesetz beschleunigen

Vom Labor in die Umsetzung dauere es mit der Vermarktung von Innovationen allerdings oft zu lange. „Österreich hat kein Ideenproblem und kein Talenteproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem“, sagt Entbürokratisierungs-Staatssekretär Sepp Schellhorn. Deshalb gehe nun ein Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz in Begutachtung.

Unternehmen soll dadurch ermöglicht werden, Projekte als „strategisches Projekt“ einzureichen. Innerhalb von 30 Tagen entscheidet das Wirtschaftsministerium künftig, ob dem Projekt dieser Status zuerkannt wird. Falls ja, profitiert es von „überragendem öffentlichen Interesse“ – ähnlich wie es bei Energieprojekten durch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz nun der Fall ist. Das soll Genehmigungsverfahren enorm beschleunigen. Zentrale Kontaktstellen in den Bundesländern sollen die Koordination übernehmen.

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Förderung für Pilotanlagen soll als Signal wirken

Die zweite am Dienstag vorgestellte Maßnahme ist eine Förderung für Pilotanlagen. In Schlüsseltechnologien soll dadurch der Sprung von der Entwicklung in die industrielle Produktion erleichtert werden. Insgesamt stehen 18 Millionen Euro Förderbudget zur Verfügung. Pro Projekt werden maximal 3 Millionen zugesagt. In manchen Anwendungsfällen ist das wohl keine hohe Summe. „Es ist aber der richtige Weg, Impulse zu setzen“, sagt TTTech-CEO Georg Kopetz. „Es ist wichtig, dass Regierung und Unternehmen in eine Richtung ziehen. Österreich ist kompakt, klein und gut vernetzt. Das spricht für uns.“

Mehr Geld für Start-ups und Schulfach

Kopetz sieht auch den in der Industriestrategie beschriebenen Scale-Up-Fonds für Start-ups als wichtiges Signal. Gegenüber anderen Staaten sei das Risikokapital für Jungunternehmen in Österreich sehr gering. „Wir müssen mehr Kapital in Richtung Skalierung bringen. Damit schaffen wir Arbeitsplätze und Wohlstand.“ Um den richtigen Innovationsgeist schon von klein auf in den Köpfen der Bevölkerung zu etablieren, werde es in Zukunft auch ein eigenes Schulfach geben, kündigt Schellhorn an. „WIN“ soll für Wirtschaft, Innovation und Nachhaltigkeit stehen und in wirtschaftskundlichen Realgymnasien eingeführt werden.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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