„The Five Star Weekend“: Trost in Käseplatte, Cremant und Drama

Kultur

Im ersten Moment denkt man sich bei der neuen Serie „The Five Star Weekend“ auf Sky: „Jo, ist denn heit scho Weihnochten?“ Denn Hollis (Jennifer Garner) ist gerade dabei, perfekte Kekse für ihre perfekte Familie zu backen. Nichtsahnend, dass gleich die Polizei vor der Tür steht und der ganzen Perfektion einen fetten Strich durch die Rechnung macht. Denn Hollis’ Ehemann ist bei einem Unfall gestorben.

Verschiedene Lebensphasen

Dass sie über den Verlust ein halbes Jahr später noch nicht hinweg ist, zeigt ein Auftritt in einer Kochshow, in der ein Witz über Zwiebeltränen sie in einen veritablen Zusammenbruch stürzt. Ihre Assistentin rät ihr deshalb, es doch mit einem sogenannten „Five Star Weekend“ zu versuchen. Da lädt man sich vier Freundinnen aus verschiedenen Lebensphasen ein und verbringt gemeinsam ein ganzheitlich erbauliches Wochenende. Besonders praktisch, wenn man ein Anwesen in Nantucket quasi am Meer hat, wie Hollis. Und noch praktischer, wenn man quasi von Berufs wegen – als Food-Influencerin – die geborene Gastgeberin ist, wie Hollis.

Bewirten wird sie ihre Kindheitsfreundin Tatum, ihre Collegefreundin Dru-Ann, ihre „Wir-kennen-uns-über-die-Kinder“-Freundin Brooke und den jüngsten Zugang, Instagram-Fanfreundin Gigi. Jetzt kann man sich vorstellen, dass sich da nicht alle gleich gut miteinander verstehen. Dru-Ann und Tatum zum Beispiel unterhalten sich nur via Sticheleien. Alle tragen ihr eigenes Päckchen mit zum Cremant-Stößchen: Soccer-Mum Dru-Ann (Regina Hall) hat ihrer Tochter vor laufenden Kameras klargemacht, dass sie sicher keine Mental-Health-Pause braucht. Tatum (Chloé Sevigny) braucht die Ablenkung dringend, sie wartet auf das Ergebnis ihrer Biopsie. Auch Brooke verbirgt hinter ihrer Verpeiltheit etwas, aber das spektakulärste Geheimnis hat Gigi.

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Aufgeblattelte Geheimnisse

Sie alle werden in den acht Episoden der Serie, die auf einem Roman von Elin Hilderbrand (wie auch die Serie „Ein neuer Sommer“ auf Netfix mit Nicole Kidman) basiert, aufgeblattelt. Spätestens als Hollis die dritte Snackplatte belegt hat und Welcome-Bags mit personalisierten Tagebüchern in den Zimmern verteilt hat, fragt man sich allerdings, ob man hier der Fiktionalisierung der Essbare-Blüten-Streu-Show der Herzogin von Sussex beiwohnt. Aber irgendwann fragt Dru-Ann, ob sie hier jetzt das ganze Wochenende „Meghan-Markle-Cosplay“ spielen. 

So viel Selbstironie gibt Bonuspunkte. Auch wenn „The Five Star Weekend“ letztlich nur topbsetzter Hochglanz-Kitsch ist.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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