Rewe wird als potenzieller Investor bei MPreis gehandelt

Wirtschaft

Der Tiroler Lebensmittelhändler MPreis mit Sitz in Völs, der 5.600 Mitarbeiter an rund 280 Standorten beschäftigt, befindet sich seit Monaten in einem Restrukturierungsprozess. Gesucht wird ein potenzieller Investor bzw. strategischer Partner. Wie die in der Regel gut informierte deutsche Lebensmittel Zeitung berichtet, sondiert der Kölner Rewe-Konzern derzeit angeblich eine mögliche Beteiligung in Höhe von 25 Prozent an dem Tiroler Unternehmen der Familie Mölk. Indes will Rewe Österreich (Billa, Billa Plus, Penny, Bipa) etwaige Gespräche nicht bestätigen.

„Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns grundsätzlich nicht zu anderen Unternehmen äußern“, teilt eine Rewe-Sprecherin dem KURIER mit. Fakt ist: Seit dem Frühjahr 2026 ist bekannt, dass das Tiroler Familienunternehmen einen Partner sucht, etwaige Namen oder Details werden nicht bekannt gegeben. Es seien Vertraulichkeitserklärungen unterzeichnet worden.

„Es finden Gespräche statt, wie diese ausgehen werden, wird man sehen. Es darf niemand etwas sagen“, sagt MPreis-Sprecherin Jennifer Plattner zum KURIER. „Wir stellen uns neu auf. Wir würden gern etwas kommunizieren, aber es gibt noch nichts Konkretes.“ Nachsatz: „Es stimmt auch nicht, dass die Familie Mölk zerstritten ist. Die sind sich so einig wie noch nie, was die Weiterführung des Unternehmens betrifft.“

Geschäftliche Fantasie

Laut Lebensmittel Zeitung würde Rewe seine Marktposition in Tirol bei einem Einstieg bei MPreis deutlich verbessern, derzeit sei man dort die Nummer drei. Im Gegenzug würde MPreis von besseren Einkaufskonditionen profitieren. Indes liegt für die MPreis Warenvertriebs GmbH noch kein Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 im Firmenbuchgericht vor.

Im Jahr 2024 konnte der Umsatz leicht auf 906,5 Millionen Euro gesteigert und der operative Verlust von 17 Millionen Euro (2023) auf 7,28 Millionen Euro reduziert werden. Mit dem Gewinnvortrag aus den Vorjahren ergibt das einen Bilanzgewinn in Höhe von 20,8 Millionen Euro. Doch die Kette sitzt auch auf einem Schuldenberg von 286,6 Millionen Euro, davon entfallen 178,6 Millionen Euro auf Banken. Zu MPreis gehören neben den Supermärkten die Bäckerei Therese Mölk, die Alpenmetzgerei, die Bistrogeschäfte Baguette, der Diskonter T&G, der Nahversorger miniM sowie Tankstellenshops.

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Gewehr bei Fuß

„Bei der BWB wurde weder eine Fusion angemeldet, noch wurde ein vorgelagertes Pränotifikationsverfahren eingeleitet. Die angekündigte Beteiligung von Rewe an MPreis betrifft einen bereits stark konzentrierten Markt“, sagt Sarah Fürlinger, Sprecherin der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), zum KURIER. „Bei einer Anmeldung wird die BWB das Vorhaben daher detailliert prüfen und insbesondere mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb, die Lieferantinnen bzw. Lieferanten, die Auswahl, und die Preise für Konsumentinnen und Konsumenten untersuchen.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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