Filmfestival Venedig: Pamela Anderson, Oasis und George Clooney am Lido

Kultur

Das Filmfestival in Venedig hat noch gar nicht begonnen, sorgt aber schon im Vorfeld für Gesprächsstoff – nicht nur der prominenten Gästeliste wegen. Erstes Stirnrunzeln rief die Ankündigung hervor, dass die traditionelle Pressekonferenz der Jury – der organisatorische Startschuss zum Beginn großer Filmfestivals – heuer nicht stattfinden würde. Aus Termingründen, wie es hieß. Mittlerweile wurde diese Bekanntmachung revidiert – die Pressekonferenz findet nun doch statt. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Festivalleitung unter Alberto Barbera kontroversielle Debatten, wie sie zuletzt während der Berlinale unter dem Vorsitz von Wim Wenders zum Krieg in Gaza stattfanden, ersparen wollte.

In Venedig übernimmt heuer die amerikanische Schauspielerin Maggie Gyllenhaal den Posten der Jury-Präsidentin und vergibt die Goldenen und Silbernen Löwen an die Gewinner des Hauptwettbewerbs. Ebenfalls in der Jury befindet sich die tunesische Filmemacherin Kaouther Ben Hania, deren Drama „Die Stimme von Hind Rajab“ über den Tod eines palästinensischen Mädchens letztes Jahr in Venedig Debatten auslöste und den Großen Preis der Jury gewann.

Weiters hat die Initiative Venice4Palestine dazu aufgefordert, zum Zeichen der Solidarität mit den Palästinensern die Palästina-Flagge am Lido zu hissen. Anlass ist die Auswahl zweier palästinensischer Filme für das offizielle Programm. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören die Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux, der Musiker Roger Waters und Regisseur Matteo Garrone.

Für politisch brisante Themen ist also gesorgt, zumal die israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor mit „Naza“ einen Film über den Gaza-Krieg im Wettbewerb zeigen. Die beiden zählten auch zum vierköpfigen Regieteam der Doku „No Other Land“, die 2024 bei der Berlinale-Gala Aufregung verursachte und 2025 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

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Keine Blockbuster

Was die Gästeliste an internationalen Promis betrifft, kann sich das Festival sehen lassen, und das, obwohl es heuer – wie übrigens zuletzt auch in Cannes – keine großen (amerikanischen) Blockbuster an den Lido geschwemmt hat. Weder werden Alejandro Iñárritus Schwergewicht „Digger“ mit einem gealterten Tom Cruise noch Denis Villeneuves „Dune: Part Three“ gezeigt. Doch Hollywood kommt trotzdem nach Italien.

Zu den Vorab-Favoriten zählt beispielsweise Robert Pattinson: Er spielt in dem Regiedebüt „Primetime“ von Lance Oppenheim den US-TV-Journalisten Chris Hansen, der mit seiner umstrittenen Reality-Show mutmaßliche Sexualstraftäter mit versteckter Kamera überführte und öffentlich bloßstellte. Ebenfalls mit unredlichen journalistischen Praktiken beschäftigt sich „Ink“ von Brit-Regisseur Danny Boyle, der am Mittwoch zur Eröffnung gezeigt wird; die Hauptrollen haben Guy Pearce und Claire Foy übernommen.

Das spanische Star-Ehepaar Penélope Cruz und Javier Bardem kommt dank Florian Zellers Drama „Bunker“ nach Venedig. Sie spielen praktisch sich selbst – also ein Ehepaar –, zerstreiten sich im Film allerdings bitter über den Bau eines unterirdischen Schutzraums.

Tiroler Alpen

Österreicher sind heuer keine im Hauptwettbewerb, dafür hat es der Tiroler Filmemacher Manuel Wetscher in die renommierte Nebenreihe Orizzonti geschafft: Sein Langfilmdebüt „Eklipse“ spielt im Sommer von 1999 in den Tiroler Alpen und handelt von zwei Buben und einem Familiengeheimnis.

Für die Deutschen geht Werner Herzog im Hauptwettbewerb an den Start und darf endlich „Bucking Fastard“ mit den Schwestern Kate und Rooney Mara in der Hauptrolle zeigen. Sein Drama über ein Zwillingspaar war (angeblich) in Cannes für den Wettbewerb abgelehnt worden, worauf der beleidigte Herzog seinen …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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