Spar setzt auf E-Lkw: 400 Kilometer Reichweite, 300.000 Euro Mehrkosten

Wirtschaft

Leise rollt der Elektro-Lkw von Spar über das Kopfsteinpflaster der Servitengasse im 9. Wiener Bezirk. Nach langjährigen Tests sind jetzt seit einigen Monaten die E-Kühl-Lkws von MAN und Mercedes für den Lebensmittelhändler in Österreich unterwegs. In den ersten fünf Jahren sollen so 2.500 Tonnen CO2 gegenüber herkömmlichen Lkws eingespart werden.

Reichweite von Wien nach Zagreb

Leise, emissionsfrei und bis zu 400 Kilometer weit: Spar setzt seit April zehn elektrische Kühl-Lkw im regulären Betrieb ein. Mit einer Batteriekapazität von 600 kWh erreichen die Fahrzeuge eine Strecke, mit der es möglich wäre, von Wien nach Zagreb zu fahren. Zur Einordnung: Das ist so viel Strom, wie ein durchschnittlicher Haushalt in ein bis zwei Monaten verbraucht. Aktuell sind sie in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und der Steiermark im Einsatz. Die gesamte Flotte von Spar liegt bei 300 Fahrzeugen.

Laut dem Spar-Vorstand Marcus Wild waren elektrische Nutzfahrzeuge schon seit circa zehn Jahren im Test. Dabei wurden auch Läden in alpinen Regionen beliefert. „Der Test hat gezeigt, wir können elektrisch fahren und sind bereit zu investieren, aber ohne eine gesicherte Energieversorgung ist die Steigerung der E-Flotte nicht möglich“, sagt Wild bei der Pressekonferenz.

300.000 Euro Mehrkosten

Ein elektrischer Kühl-LKW verursacht rund 300.000 Euro Mehrkosten gegenüber einem herkömmlichen Lkw (wobei circa 260.000 Euro auf das Fahrzeug selbst entfallen und der Rest auf die Ladeinfrastruktur). Möglich wurde die Anschaffung nur mit einer Förderung aus dem Mobilitätsministerium in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Diese wurden im Rahmen des Programms eMOVE ausgezahlt. Pro Lkw deckte die Förderung circa 80 Prozent der Mehrkosten ab. Für die Budgetjahre 2027 und 2028 sind im Infrastrukturministerium unter Peter Hanke (SPÖ) insgesamt 300 Millionen Euro für E-Lkw und Infrastruktur eingeplant.

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Stromnetz als Herausforderung

Für eine größere E-Lkw-Flotte braucht es allerdings nicht nur Fahrzeuge, sondern auch ausreichend Strom und entsprechende Ladeinfrastruktur. Wie diese Herausforderung in der Praxis aussieht, verdeutlichte Alois Huber, Spar-Geschäftsführer für Wien, Niederösterreich und das nördliche Burgenland: Am Logistikstandort St. Pölten, wo derzeit 90 Lkw stationiert sind, reicht aktuell eine Leistung von 4,5 Megawatt für den gesamten Betrieb aus. Sollten alle 90 Fahrzeuge mit Strom betrieben werden, steigt die benötigte Leistung am Standort schlagartig von 4,5 auf 12,5 Megawatt. „Ich glaube nicht, dass der Strom das beengende Problem wird, sondern die Netze“, betonte Huber. Das Problem sind die extremen Stromspitzen, die genau dann entstehen, wenn die Lkw von ihren Touren zurückkehren und zeitgleich innerhalb einer Stunde geladen werden müssen.

Unterstützung für diese Sichtweise kam auch von Seiten der Politik. Minister Hanke unterstrich, dass neben den Fahrzeugen die Ladeinfrastruktur die entscheidende Rolle spiele. Es brauche hierbei „jegliche Unterstützung von Bundes- und Landesenergieversorgern, um eben die Ermöglichung des Betriebs solcher Lkws dann auch sicherzustellen.“

E-Lkw-Wettlauf

„Wir sind die ersten, die einen relevanten Einsatz von E-Lkw haben. Mit den 10 seit April sind alle anderen unsere Follower“, sagt Vorstand Wild. Die einzigen Lebensmittelhändler mit E-Lkws auf den österreichischen Straßen sind sie aber nicht. Insgesamt rollen in Österreich circa 1.000 E-Lkw auf den Straßen. Rewe hat nach einer zweijährigen Pilotphase seine E-Lkw-Flotte von drei auf neun Fahrzeuge aufgestockt. Diese werden im Großraum Wien für die Belieferung der …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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