
Die Lage in der österreichischen Autozulieferindustrie spitzt sich weiter zu. Die Pollmann International GmbH, die Pollmann Austria GmbH und die Pollmann Werkzeugbau GmbH mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya haben am 1. September 2026 beim Landesgericht Krems an der Donau jeweils einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens gestellt.
„Begleitet werden die Gesellschaften von der Insolvenzrechtsexpertin Andrea Fruhstorfer. Die Unternehmen sollen fortgeführt werden, die Produktion läuft unverändert weiter. Die ausländischen Töchter in Tschechien, Mexiko und China sind von den österreichischen Verfahren ebenso wenig betroffen wie die Maxxom Automation GmbH. Betriebsrat und Arbeiterkammer wurden aufgrund der Vielzahl betroffener Beschäftigter eng eingebunden“, heißt es in einer Aussendung. Die Pollmann-Gruppe hat insgesamt 1.200 Mitarbeiter an fünf Standorten auf drei Kontinenten.
Die Pollmann-Gruppe entwickelt und fertigt Komponenten und Baugruppen für die internationale Automobilindustrie. Die Produkte sind in Fahrzeugen sämtlicher namhafter Automobilmarken verbaut. Als Grund für die Sanierung nennt das Unternehmen den strukturellen Wandel der Automobilindustrie – eine Entwicklung, die derzeit viele europäische Zulieferer trifft. Während die Automobilproduktion weltweit wächst, entsteht der Druck vor allem im europäischen Markt.
Seit einiger Zeit läuft bereits eine Neuaufstellung: Wechsel an der Unternehmensspitze, Zusammenlegung und Verlagerung eines Standorts nach Karlstein, Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie ein strukturierter Investorenprozess. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung sei ein Wandel in dieser Dimension aus eigener Kraft schwer umsetzbar, weshalb die Sanierungsverfahren unvermeidbar gewesen seien.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



