Wenn Teenager Firmen gründen wollen

Wirtschaft

Lukas und Maximilian (Namen von der Redaktion geändert), Schüler einer Wiener Handelsakademie, haben eine Idee und ein Problem. Sie wollen Websites für kleine Firmen erstellen und  über Online-Netzwerke bewerben. Dabei greifen sie auf KI-Tools zurück, mit denen sie bestens vertraut sind. Viele ihrer potenziellen Kunden, meist Geschäftsleute, deren Läden über keine Online-Präsenz verfügen, sind das nicht. Sie greifen gerne auf das Angebot zurück. Auch weil die mit KI-erstellten Websites vergleichsweise günstig sind.

Das Problem: Lukas und Maximilian dürfen das, was sie tun, gar nicht machen. Denn sie sind erst fünfzehn Jahre alt. Um eine Firma zu gründen, muss man in Österreich mindestens achtzehn Jahre alt sein. Erst dann wird die volle Geschäftsfähigkeit erreicht. Wer dennoch gründen will, braucht die Zustimmung der Eltern und die Genehmigung des Pflegschaftsgerichts. Die eigenständige Geschäftsführung ist bis achtzehn so gut wie ausgeschlossen.

Kein Einzelfall

eine Einzelfälle. „Es gibt immer mehr Jugendliche unter achtzehn, die gründen wollen“, sagt Kambis Kohansal Vajargah vom Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Dort heißt es, dass immer wieder Jugendliche mit Ideen, Prototypen oder  Geschäftsmodellen auf die Kammer zukommen.

Meist sind es Eltern oder andere volljährige Vertraute, die Gründung und Geschäftsführung übernehmen. Allerdings liegt dann die rechtliche Verantwortung bei ihnen und  die Steuerlast könnte sich  erhöhen. Beispiele solcher Gründungen sind wegen der rechtlichen Hürden nicht sehr zahlreich, aber es gibt sie.

Auch Kohansal Vajargah hat einmal die Geschäftsführung in einem Unternehmen übernommen, das von einem Teenager gegründet wurde. Der damals sechzehnjährige Moritz Lechner hatte die Idee, Überraschungsboxen mit Werbeprodukten gegen eine Abogebühr, die geringer war als der Warenwert, zu verteilen. „Ich habe gemerkt, dass er wirklich etwas aufbauen will“, erzählt Kohansal Vajargah, der auch selbst mehrmals gegründet hat. 

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Auch schwierige Zeiten

Auf Fernsehauftritte und Medienecho folgten auch schwierigere Zeiten. Das Geschäftsmodell hat sich mehrmals geändert, bis das Unternehmen erfolgreich geworden ist. Vor zwei Jahren wurde es an eine  Agenturgruppe verkauft. Sein Protegé sei nicht nur einer der jüngsten Gründer im Land gewesen, er habe auch einen erfolgreichen Exit hinbekommen, sagt Kohansal Vajargah.

Belastbare Zahlen über Minderjährige, die gründen wollen, gibt es keine. Gestiegen ist allerdings der Anteil der Gründungen von Unter-20-Jährigen. Der hat sich seit 2016 fast verdoppelt. Von 1,5 Prozent auf 2,9 Prozent im Jahr 2025. Rund 1.000 Unternehmen im Jahr werden in Österreich von Personen unter zwanzig Jahren gegründet, sagt Kohansal Vajargah.

Warum hat das Interesse am Unternehmertum zugenommen? Dafür gibt es mehrere Gründe. Mit KI sei es einfacher geworden, Produkte zu bauen und zu vermarkten. „Die jungen Leute wachsen damit auf“, sagt Kohansal Vajargah: „Sie sind auch risikoaffiner als Erwachsene, die oft vorsichtiger agieren.“ 

Daneben gebe es  mehr Vorbilder aus der Start–up-Szene. Eine Rolle dürften auch soziale Medien spielen. Dazu kommt, dass Entrepreneurship-Ausbildungen an Schulen oder Start-up-Wettbewerbe zugenommen haben. Es sei  nicht die breite Masse, die gründen wolle, meint der Experte: „Meist sind es sehr talentierte und ambitionierte Leute.“

Langjährige Forderung

Die Junge Wirtschaft fordert bereits seit Längerem, das Gründen bereits mit sechzehn zu ermöglichen. Sechzehnjährige dürften zwar wählen, arbeiten oder Alkohol trinken, aber kein Unternehmen gründen, wird argumentiert. Die Altersgrenze von achtzehn Jahren zur Erreichung der vollen Geschäftsfähigkeit mache  zwar …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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