PISA-Ergebnisse: Gendergap in Mathe und Lesen bleibt hoch

Politik

In Österreich beeinflusst der soziale Hintergrund den Bildungserfolg immer noch stärker als in anderen Industriestaaten, wie die am Dienstag veröffentlichte PISA-Studie einmal mehr zeigt. In den Naturwissenschaften ist die Kluft zwischen Jugendlichen mit wohlhabenden Akademikereltern und Schülern aus Familien mit wenig Bildung und Geld seit 2015 nicht kleiner geworden. Aktuell liegt der Abstand bei 98 Punkten, das entspricht über vier Lernjahren. Im OECD-Schnitt sind es 85.

Der sozioökonomische Hintergrund hat zwar in fast allen 91 Teilnehmerstaaten von PISA 2025 Einfluss darauf, wie die 15- und 16-Jährigen bei der internationalen Vergleichsstudie abschneiden. In Österreich können die Leistungsunterschiede beim diesjährigen Schwerpunktthema Naturwissenschaften allerdings stärker auf die Herkunft der Jugendlichen zurückgeführt werden als im Schnitt der anderen Länder (14 gegenüber 12 Prozent). Gleichzeitig schaffen es Jugendliche aus bildungsfernen Familien hierzulande seltener in die Gruppe der Spitzenschüler (10 gegenüber 12 Prozent), in einzelnen Ländern wie Kambodscha oder Kenia ist es mehr als ein Fünftel.

Im OECD-Schnitt sind die Leistungsunterschiede, die sich durch den sozioökonomischen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler erklären lassen, in den vergangenen zehn Jahren zwar zurückgegangen. Das ist aber weniger darauf zurückzuführen, dass benachteiligte Jugendliche anderswo mittlerweile im Vergleich besser abschneiden, sondern auf Punkteeinbußen der Schüler aus besonders bildungsnahen Familien. Der Zugang zu Bildung habe sich im vergangenen Jahrhundert dramatisch verbessert, „sozioökonomische Ungleichheiten beim Lernerfolg halten sich aber erstaunlich hartnäckig“, heißt es dazu in der OECD-Studie.

Hälfte der Migranten mit niedrigstem Sozialstatus

Auch Schülerinnen und Schüler mit Wurzeln im Ausland liegen hierzulande immer noch deutlich hinter ihren Altersgenossen ohne Migrationshintergrund, mit 67 Punkten macht der Abstand in den Naturwissenschaften mehr als drei Lernjahre aus (OECD: 43 Punkte) und ist ähnlich hoch wie vor zehn Jahren. Ein wesentlicher Faktor dürfte der soziale Status dieser Jugendlichen sein: Fast die Hälfte kommt aus einer bildungsfernen Familie mit wenig Geld, im OECD-Schnitt ist es nur ein Drittel. Unter den Schülern ohne Migrationshintergrund fallen in Österreich nur um die 15 Prozent in diese Gruppe.

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Deutliche Leistungsunterschiede gibt es in Österreich auch weiterhin nach dem Geschlecht: In Mathematik liegen die Buben um 23 Punkte und damit etwa ein Lernjahr vorne, das ist deutlich mehr als im OECD-Schnitt (13) und auch wieder mehr als in den vergangenen Jahren (2022: 19, 2018: 13). Im Lesen liefern – wie in den allermeisten OECD-Ländern – immer noch Mädchen bessere Leistungen, der Unterschied ist mit 26 Punkten (etwa ein Lernjahr) ähnlich groß wie in den anderen Industriestaaten. 

In der heurigen Haupttestdomäne Naturwissenschaften, wo Österreich 2015 noch das Land mit den größten Leistungsvorteilen der Burschen (19 Punkten) war, ist der Gender Gap mittlerweile praktisch verschwunden. Mädchen und Buben lagen 2025 mit 495 bzw. 498 Punkten quasi gleichauf. Auch im OECD-Schnitt gibt es keinen Unterschied mehr.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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