Ausgebildet für den Gegner: Wie der ÖFB ein großes Talent verlor

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Es ist gar nicht so lange her, da wollte Salko Hamzic noch für Österreich spielen. Im Herbst 2023 wandte sich der damals 17-Jährige gemeinsam mit seinem Klub Red Bull Salzburg an den ÖFB. Obwohl in Österreich geboren und aufgewachsen, hatte Hamzic bis zu diesem Zeitpunkt nur die Staatsbürgerschaft Bosnien und Herzegowinas besessen. Drei Jahre später ist alles anders und Hamzic wieder weg.

Ein paar Spiele für seinen neuen Klub WSG Tirol in der Bundesliga, ein Anruf aus der Heimat der Eltern und der ÖFB schaut durch die Finger, obwohl der junge Mann viele Jahre hier ausgebildet und vom Fußball-Bund auch in sein Förderprogramm aufgenommen wurde. Salko Hamzic hat sich dazu entschlossen, künftig für Bosnien zu spielen und das den Verantwortlichen des ÖFB auch mitgeteilt.

„Wir haben die Daten freigegeben, der Antrag ist am Laufen“, bestätigt Sebastian Prödl, Leiter der Nachwuchsnationalteams beim Fußball-Bund.

Der Wechsel ist schnell möglich, weil Hamzic mittlerweile beide Pässe hatte. Der ÖFB schaut hinterher. „Wir haben ihm aufgezeigt, welche Möglichkeiten er bei uns hat und welche Vorteile er durch den ÖFB haben könnte. Letztlich hat er uns aber versichert, dass er diese Entscheidung mit totaler Überzeugung für Bosnien getroffen hat.“

Noch kein Bundesheer

Die Vorteile, von denen Prödl spricht, unterschätzen manch junge Sportler gerne. Im Fall von Hamzic ist das einerseits der Wehrdienst. Obwohl er noch in diesem Monat seinen 20. Geburtstag feiert, war Hamzic noch nicht beim Bundesheer. Der Weg zum Heeressportler, der trainieren kann, wann immer er will, ist ohne ÖFB verbaut.

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Salko Hamzic wird den Präsenzdienst wie jeder normale Bürger leisten müssen. Es sei denn, er legt die österreichische Staatsbürgerschaft zurück. Das könnte allerdings zum nächsten Nachteil führen. Wer kein EU-Bürger ist, hat es in Fußball-Europa oft schwieriger. Diesem Weg muss sich Hamzic nun stellen. Bis 2028 ist er jedenfalls an die WSG Tirol gebunden, wo er in bisher fünf Bundesligapartien sehr überzeugt hat.

Alle Bereiche erfüllt

Mit 19 Jahren und 1,90 Metern kann man bei Hamzic die Fantasie einer internationalen Karriere haben. Günter Kreissl, der „Head of Goalkeeping“ des ÖFB, sagt: „Fest steht, dass Hamzic ein Profil hat, das alle Bereiche, die für modernes Tormannspiel wesentlich sind, erfüllt.“ Nachsatz: „Wie übrigens derzeit auch eine Handvoll anderer junger österreichischer Torleute.“

Das hieße aber nicht, dass er die Nummer eins in einem Nationalteam wird. „Wohin die Reise geht, kann man in dem Alter noch nicht final sagen“, so Kreissl, der einer jener Herren war, die Hamzic im ÖFB gefördert haben. Ein anderer ist U-21-Teamchef Peter Perchtold. Obwohl Hamzic vorige Saison nur zu fünf Einsätzen beim FC Liefering in der 2. Liga gekommen ist, war er Teil des Unter-21-Teams.

Hamzic hat sich trotzdem für Bosnien entschieden. „Für mich war die Frage, wo meine Perspektive besser ist, was ich in einem Nationalteam erreichen kann“, sagte Hamzic zu 90minuten.at. In Österreich sehen viele Experten den um ein Jahr jüngeren Christian Zawieschitzky noch besser als Hamzic. Der Tiroler überzeugt als Nummer eins in Salzburg. Hamzic sieht das.

Ob es darüber hinaus Zusagen aus Bosnien und Herzegowina gab, darüber kann man nur spekulieren. Der ÖFB betont, nur Spieler haben zu …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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