Causa Großspender: Ermittlungen gegen Ex-Chef eingestellt

Politik

Im Skandal um SOS Kinderdorf wurde vergangene Woche eines der aufsehenerregensten Kapitel abgeschlossen – jenes zur Causa Großspender.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat ihre Ermittlungen gegen einen früheren Funktionsträger von SOS Kinderdorf eingestellt, wie ein Sprecher am Dienstag auf KURIER-Anfrage bestätigt. Dem Mann war Beitragstäterschaft zum sexuellen Missbrauch Unmündiger vorgeworfen worden (der KURIER berichtete).

Sexueller Missbrauch Unmündiger

Konkret soll er einem Großspender mit pädophiler Neigung Zugang zu Kinderdorf-Kindern in Nepal ermöglicht haben. In Bezug auf mögliche Missbrauchstaten hat zuvor die Staatsanwaltschaft St. Pölten (der Großspender lebte in Niederösterreich) ermittelt, das Verfahren wurde aber eingestellt, als der Mann 2022 starb.

Seit Anfang des Jahres ermittelte die Staatanwaltschaft Klagenfurt dann gegen einen möglichen Beitragstäter. Dieses Verfahren wurde nun mit 28. August eingestellt.

Mit welcher Begründung? Der Beschuldigte hatte angegeben, er habe von der Reise des unmittelbaren Missbrauchstäter nichts gewusst und sei nicht eingebunden gewesen, auch die pädophile Neigung des Mannes sei ihm nicht bekannt gewesen. „Das hat sich im Zuge der Ermittlungen nicht widerlegen lassen“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Worum ging es genau?

Der Verdacht war im Herbst 2025 durch den Falter publik geworden: Der deutsche Sprössling einer Brauerei-Dynastie, der in Niederösterreich lebte, hat Anfang der 2000er mit einer großzügigen Spende den Bau eines Kinderdorfs in Nepal mitfinanziert – und dafür offenbar besondere Privilegien genossen. So soll er nicht nur freien Zugang zum Kinderdorf gehabt, sondern dort auch übernachtet haben. Ein Umstand, den die Reformkommission von Irmgard Griss in ihrem Abschlussbericht von Ende Juni als „regelwidrig“ bezeichnet.

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2015 hat das Kinderdorf in Nepal ein Besuchsverbot verhängt, weil es „Schwierigkeiten“ bei den Besuchen gab. Der damalige Präsident Helmut Kutin ging den Vorwürfen nach, will aber keine Hinweise auf Missbrauch gefunden haben.

2017 wurde dem Großspender dann ein dreitägiger Aufenthalt in einem Trainingslager in Nepal ermöglicht – nach Zusage von Präsident Kutin, wie aus einem E-Mail-Verkehr hervorgeht.

Die Frage, wer zu dem Zeitpunkt von den pädophilen Neigungen des Mannes bzw. den Vorwürfen wusste, beschäftigte auch die Reformkommission. Unter Durchsicht der ihr zur Verfügung stehenden internen Dokumente und Kommunikation sowie durch Gespräche mit Mitarbeitern kam sie zum Schluss, dass „den Verantwortlichen bewusst gewesen sein musste“, wieso der Besuchstopp zwei Jahre zuvor verhängt wurde.

Das Verfahren in dieser Causa ist nun abgeschlossen, die Einstellung wurde von der Fachaufsicht genehmigt. Eine Weisung habe es nicht gegeben, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschat Klagenfurt auf Nachfrage.

Ermittlungen rund um Misshandlungen im Kinderdorf Moosburg laufen indes weiter, der Ex-Chef ist einer von knapp 200 Verdächtigen.

Zudem laufen bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen zum Verdacht, dass Kinder aus Panama nach Österreich gebracht und dort sexuell missbraucht wurden (siehe oben). Beschuldigt wird eine Person, die damals in Panama tätig war, zudem wird von weiteren unbekannten Tätern ausgegangen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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