Maschmeyer nach AfD-Sieg: „Merz hat es voll vergeigt, er muss zurücktreten“

Politik

Nach dem historischen Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September fällt die Union bei Umfragen bundesweit das erste Mal seit fünf Jahren unter die 20-Prozent-Marke. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der sich 2018 bei seiner Kandidatur zum CDU-Vorsitzenden noch zutraute, „die AfD zu halbieren“, ist unter Druck, einstige Unterstützer enttäuscht. Die CDU-Führungsriege hält nach außen noch zu Merz. Aus zweiter und dritter Reihe der Union und aus dem Umfeld der Partei aber werden sogar Rücktrittsforderungen lauter. 

Unter anderem von dem Unternehmer Carsten Maschmeyer. „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg. Er muss zurücktreten“, sagte Maschmeyer am Dienstagabend in der ARD-Polit-Talkshow „Maischberger“.  

Brisant ist die Kritik aus dieser Richtung deshalb, weil Maschmeyer die CDU erst 2025 mit einer großen Spende unterstützt hat. „Es zeigt sich jetzt, er wollte aus einem falschen Grund Kanzler werden. Das war Ego und Merkel zeigen, ich bin jetzt Kanzler.“  

Auch Merz“ Führungsstil kritisierte Maschmeyer: „Er nimmt die Menschen nicht emotional mit. Es ist unnahbar, belehrend, ein Besserwisser.“ Zudem höre Maschmeyer „von allen, die mit ihm zu tun haben, (Merz sei) arrogant“. Merz habe das „Schiff falsch gesteuert. Er muss von der Kommandobrücke runter“, sagt Maschmeyer, der einer breiten Öffentlichkeit als Investor der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt ist. 

Namedropping möglicher Nachfolger

Als mögliche Nachfolger nannte er mehrere Ministerpräsidenten und Unionslandesvorsitzende: „Das sind tolle Offiziere auf dem Schiff: (Hendrik) Wüst, (Daniel) Günther, (Markus) Söder.“ 

Auch der Publizist Michel Friedman hält im Magazin Der Spiegel Merz für ungeeignet als Bundeskanzler. „Ich glaube nicht, dass dieser Mann der Job-Description eines Bundeskanzlers entspricht“, sagte der 70-Jährige im Spiegel-Spitzengespräch. Oft könnten es Politiker und Politikerinnen nicht gut, „aber der Punkt ist, du musst das lernen“.

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Empathie als Voraussetzung

Als Beispiele nannte Friedman unter anderem, man müsse lernen, „wie mächtig Verwaltung sei“. Außerdem sei Empathie Voraussetzung, um „wirkliche Kompromisse“ schließen zu können – „also leben und leben lassen, ohne dass du substanzlos wirst“. Friedman sagte weiter: „Du musst aber auch wissen, wo sind deine Grenzen, und sie langsam übend erweitern. Das sind Job-Descriptions, die auf diesen Bundeskanzler nicht zutreffen.“

Empathielosigkeit würde er Merz nicht unterstellen, sagte Friedman. „Aber ich würde nicht sagen, das ist ein Vorbild, an dem ich noch viel über Empathie lernen kann.“ Zudem äußerte er, er sei der Meinung, dass die CDU „unter diesem Bundeskanzler zu Recht abgestraft“ werde. „Was aber nicht dazu führen darf, dass man sagt, ja, weil die so schlecht sind, dann wähle ich einfach eine rassistische, zerstörerische Partei.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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