Energie-Experte: „Die Preise werden noch einmal deutlich steigen“

Wirtschaft

Die Kämpfe rund um die Straße von Hormus lassen die Energiemärkte erneut nervös reagieren: Der Preis für Brent-Rohöl stieg zuletzt wieder über 100 Dollar je Barrel, der europäische Erdgaspreis kletterte auf 78,50 Euro je Megawattstunde.

Über die Folgen für Energie, Inflation und Strompreise sprach der ehemalige E-Control-Chef Walter Boltz am Donnerstagabend in der ZiB2. Er rechnet er mit weiter steigenden Energiepreisen: „Die Preise werden mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal deutlich steigen“, so Boltz – Versorgungsengpässe erwartet er hingegen nicht: „Die Sorge um die tatsächliche Verfügbarkeit von Energie ist etwas übertrieben.“

Spritpreis könnte weiter steigen

Die Huthi seien an der Meerenge Bab al-Mandab, der Ausweichroute für saudisches Öl, auf dem Vormarsch. Werde sie unpassierbar, müsse Saudi-Arabien sein Öl über den Suezkanal, eine Pipeline ins Mittelmeer und dann um Afrika herum nach Asien bringen: „Das dauert 2 bis 3 Wochen“, so Boltz, was den Transport extrem verteuere.

Beim Spritpreis rechnet Boltz mit weiteren Aufschlägen: „Also ich schätze, 20 bis 30 Prozent Steigerung ist schon noch drinnen.“ Grund sei der Wettbewerb zwischen Europa und Asien um Treibstoffe: „Europa wird einfach mehr zahlen müssen.“ Ein Spritpreis über zwei Euro und ein Dieselpreis über 2,50 Euro würde ihn „nicht überraschen“, so Boltz.

Kein „technischer Gas-Engpass“ in Österreich

Auch der Gaspreis sei auf sein Dreijahreshoch gestiegen, weil Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus riskanter geworden seien und die Speicherstände vor allem in Deutschland niedrig sind. Für Österreich gibt sich Boltz hingegen gelassener: „Wir haben große Speicher, und in Österreich wird es ziemlich sicher keinerlei technischen Engpass an Gas geben.“ Zu Deutschland sagte er: Dort seien die Speicherstände „teilweise um 50 Prozent und weniger“, und „inzwischen weiß auch die Regierung nicht so genau, was sie da tun soll.“

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Auf die Frage, ob ein teurer Winter beim Heizen drohe antwortete Boltz: „Ich denke schon.“ Kurzfristig sieht er wenig Handlungsspielraum: „Im Moment sind wir dem Großhandelsmarkt in Zentraleuropa ausgeliefert.“ Langfristig brauche es einen massiven Ausbau von Wind- und PV-Anlagen sowie große Batteriekapazitäten: „Dann könnten wir sicherstellen, dass nur ganz wenige Stunden im Jahr der Gaspreis die Preise bestimmt.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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