Campino von den Toten Hosen: Warum er über eigene Schwäche „entsetzt“ war

Kultur

„Danke vielmals. Wir werden uns diesen Sommer bei jedem Einzelnen von euch persönlich bedanken.“ Das versprachen Die Toten Hosen Anfang Juni, als ihr Album „Trink aus! Wir müssen gehen“, das letzte ihrer Karriere, gleichzeitig die Spitze der Charts in Österreich, Deutschland und der Schweiz belegte.

In Wien löst das Quintett dieses Versprechen am Samstag (12. 9.) mit dem ausverkauften, vom KURIER präsentierten Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion ein. Im Interview erzählt Sänger Campino, was er an unserer Bundeshauptstadt liebt, wie nachhaltig ihn eine Schlägerei geprägt hat, die er als Teenager beobachtet hattem und wie er mit der Angst vor dem Tod umgeht.

KURIER: Das Wien-Konzert ist das letzte Europa-Konzert für heuer, bevor es nächstes Jahr unter anderem mit einer Show am 23. Juni 2027 in Graz weitergeht. Was lieben Sie an Wien?

Campino: Wir haben bei euch sehr viele tolle Abende erlebt. Wenn man mich fragt, welche Tour-Städte waren für die Toten Hosen entscheidend, dann käme als erstes Buenos Aires und dann sofort Wien. Und dann wäre da erst einmal eine Lücke. Wir haben bei euch kleine Mystery-Konzerte in Wohnungen von Fans gespielt, wir haben im Chelsea gespielt – bis hin zur Stadthalle und zum Ernst-Happel Stadion. Oder in der Kurhalle Oberlaa, wo die Straßenbahn die dort hinfuhr, von Fans angezündet wurde und wir danach in Österreich lange nicht in festen Gebäuden auftreten durften. Aber in Buenos Aires in Argentinien haben wir auch viele Momente gehabt, die uns wie die in Wien ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden.

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Düsseldorf kommt auf der Liste erst nach Wien?

Düsseldorf ist unsere Heimatstadt, die ist ja in unserer DNA. Aber Berlin spielt zum Beispiel auch eine wichtige Rolle. Der Fall der Mauer war natürlich ein überragender Moment. Als Wessis dachten wir bis dahin, das wird sich nie ändern, die Mauer steht ewig. Wir haben in dieser Nacht in Paris gespielt. Es gab eine wilde After-Show-Party und am nächsten Morgen wachten wir ahnungslos auf, sahen im Frühstücksraum im Fernsehen all die Bilder von Leuten, die Trabant-Autos auf ihren Schultern trugen. Wir haben die französischen Kommentare nicht verstanden und erst durch Anrufe zu Hause erfahren, dass die Grenze offen ist. Wir wollten ursprünglich noch ein paar Tage in Paris bleiben, aber da haben wir uns natürlich doch gleich ins Auto gesetzt und sind nach Berlin gefahren.

Waren die Toten Hosen nicht eine der ersten Bands, die in Ostberlin gespielt haben?

Ja, illegalerweise. Wir sind eingeschmuggelt worden, sind als Touristen rüber, haben uns konspirativ in einem Keller von einer Kirche mit örtlichen Musikern getroffen und als Messe getarnt im Gemeinderaum gespielt. Ein anderes Mal waren wir als ostdeutsche Band aus Dresden angekündigt und haben so heimlich dort gespielt.

In vielen Songs des Albums „Trink aus! Wir müssen gehen“ schauen Sie in den Texten auf die Karriere zurück. „Augen zu (Es regnet Blumen)“ handelt aber vom Tod eines geliebten Menschen. Geht es da auch um jemanden im Band-Umfeld?

Das ist eine Erinnerung an den Tod unseres Schlagzeugers Wolfgang „Wölli“ Rohde, der 2016 verstorben ist. Wir haben ihn in den letzten Tagen öfter besucht. Er war für …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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