EU-Agentur: Weniger Asylanträge in Österreich als in Nachbarländern

Politik

Die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz ist im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erneut zurückgegangen. Von Jänner bis Juni zählte die EU-Asylbehörde (EUAA) insgesamt rund 332.000 neue Anträge, wie die Behörde auf Malta mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 bedeutet dies ein Minus von 67.000 (fast 17 Prozent).

Damit setzt sich der seit Ende 2024 anhaltende Trend rückgängiger Zahlen bei den Asylanträgen fort. Der EUAA zufolge handelt es sich um den niedrigsten Wert bei einer Halbjahresbilanz seit dem Jahr 2021. Die meisten Asylanträge wurden demnach von Bürgerinnen und Bürgern Afghanistans gestellt (39.000), gefolgt von Menschen aus Venezuela (33.000) und Bangladesch (20.000). 

Der Rückgang der Gesamtzahlen sei darauf zurückzuführen, dass weniger Menschen aus Syrien, Kolumbien, der Ukraine und der Türkei Asylanträge gestellt hätten, erklärte die Asylbehörde. Im Ländervergleich wurden die meisten Asylanträge im ersten Halbjahr in Frankreich gestellt (69.000), vor Italien (66.000), Spanien und Deutschland (jeweils 55.000). Damit wurden rund drei Viertel der Anträge in diesen vier Ländern gestellt. 

Gemessen an der Einwohnerzahl eines Landes wurden die meisten Asylanträge in Griechenland gestellt (23.000).

Österreich meldet weniger Asylanträge als Nachbarländer

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich 4.903 Asylanträge verzeichnet. Die am häufigsten vertretenen Staatsangehörigkeiten unter den Antragstellern in Österreich waren Syrien, Afghanistan und Somalia. Österreich verzeichnete 532 Anträge pro Million Einwohner. Damit liegt Österreich unter dem EU+-Durchschnitt von 710 Anträgen pro Million Einwohner sowie unter Nachbarländern wie Deutschland (652) oder der Schweiz (1.067).

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Die Anerkennungsrate lag der EUAA zufolge im ersten Halbjahr 2026 bei 31 Prozent. Insgesamt gab es Ende Juni 2026 noch rund 1,18 Millionen anhängige Asylverfahren in den 27 Ländern der EU sowie in der Schweiz und Norwegen.

Die EU-Mitgliedstaaten verfolgen seit einigen Jahren einen härteren Kurs bei der Migration. Am 12. Juni trat der Asylpakt in Kraft, die für Menschen aus bestimmten Herkunftsländern beschleunigte Asylverfahren sowie Asylverfahren an den Außengrenzen vorsieht. Gleichzeitig arbeite die EU verstärkt mit Herkunfts- und Transitländern zusammen, was ebenfalls dazu beitrage, dass weniger Menschen einen Asylantrag in der EU stellten. Bei den Afghanen kommt hinzu, dass der ungewöhnlich starke Anstieg Ende 2025 teilweise auf wiederholte Anträge von Afghaninnen und Afghanen zurückging, die sich bereits in der EU aufhielten.

Laut Angaben der EUAA hängt der Rückgang auch damit zusammen, dass die Zusammensetzung der Asylsuchenden sich verändert hat. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die politische Entwicklung in Syrien: Die dortige Situation befindet sich seit dem Sturz des Regimes des langjährigen Diktators Bashar al-Assad im Dezember 2024 weiterhin im Wandel, was sich auch auf die Zahl der Menschen auswirkt, die aus diesem Land in der EU Asyl beantragen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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