Der Terror von 9/11: Ein Tag, der die Welt veränderte

Politik

Als an jenem strahlendem Dienstagmorgen die ersten schwarzen Rauchschwaden aus dem Nordturm des World Trade Centers quollen, war die Botschaft der Terroristen gesetzt: Die Weltmacht Amerika ist verwundbar. Das World Trade Center (WTC) in New York, diese Ikone des westlichen Kapitalismus, kann zerstört werden. Und: Der Terror kann jeden treffen. Überall und jederzeit.

Innerhalb von nur zwei Stunden jagte eine Katastrophe die nächste: Eine zweite Boeing 767 raste, live übertragen von Dutzenden TV-Teams in den Südturm des WTC. Menschen, die sich lieber aus todbringender Höhe aus den Fenstern stürzten als zu verbrennen. Noch zwei abgestürzte Flugzeuge, eines traf das Pentagon in Washington, ein anderes stürzte auf ein Feld in Pennsylvania.

Und dann das bis dahin Undenkbare: Nicht einmal 15 Sekunden benötigten die beiden riesigen, mehr als 100 Stockwerke zählenden WTC-Türme um in Feuer, Schutt und glühendem Stahl in sich zusammenzukrachen – und mehr als 2.600 Menschen unter sich zu begraben.

Insgesamt starben am 11. September knapp 3.000 Menschen – dem opferreichsten Terroranschlag der Geschichte.

Krieg gegen den Terror

„Der Tag, an dem die Erde stillstand“, titelten Medien, andere schrieben: „Nichts wird mehr so sein, wie es war.“ 9/11 – ein Tag des Terrors, der eine lange, bis heute reichende Kette an Veränderungen auslöste.

Dabei war es vor allem Amerikas Antwort auf den Angriff, waren es die Kriege in Afghanistan und im Nahen Osten, die bis heute bleibende geopolitische Wunden schlugen.

Erstmals war es kein Staat, dem die USA den Krieg erklärten, sondern „dem Terror“. Genauer gesagt gegen jenes lose Netzwerk radikaler Islamisten der Al Kaida, die sich hinter dem reichen saudischen Geldgeber Osama bin Laden verbargen.

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Und erstmals in der Geschichte der NATO wurde Artikel 5, der Bündnisfall ausgerufen: Der Angriff auf die USA wurde als Angriff auf alle Mitglieder des westlichen Verteidungsbündnisses gewertet. Nicht einmal einen Monat später intervenierten amerikanische und britische Soldaten in Afghanistan – mit dem Ziel, Al Kaida zu zerschlagen und das Taliban-Regime zu stürzen. Das Terrornetzwerk am Hindukusch war bald zerschlagen, Terrorpate Osama bin Laden flüchetete nach Pakistan, wo er erst viele Jahre später bei einer US-Spezialmission getötet wurde.

Doch Afghanistan kehrte nie Ruhe ein. Vor fünf Jahren schließlich zogen die USA ihre Truppen wieder aus dem Land ab – und überließen es erneut der Gewaltherrschaft der radikal-islamischen Taliban.

Der Islamische Staat

Die folgenschwersten Spuren zogen der Terror von 9/11 – und die amerikanische Antwort darauf – aber im Nahen Osten. Obwohl es die von den USA georteten Massenvernichtungswaffen im Irak nicht gab und auch Al Kaida kaum aktiv war, marschierten die USA im Irak ein – und stürzten das Land langfristig ins Chaos. Bürgerkrieg, Terror und massive Gewalt zerrissen den Irak.

In den Gefängnissen des Zweistromlandes wuchs die nächste Dschihadisten-Terrorgeneration heran: Der Islamische Staat (IS). Wie eine Flutwelle strömten die IS-Kämpfer quer durch den Irak und ins ebenfalls vom Bürgerkrieg erschütterte Syrien, töteten, köpften, versklavten und unterwarfen ganze Städte, Regionen und Landstriche.

Mehr noch: In ihrem Kampf gegen die „Ungläubigen“ im Westen fanden sie willige Fanatiker, die im Namen des Islamischen Staates auch in Europa immer grausamere Terrorakte verübten: 130 Tote in der Pariser Konzerthalle Bataclan, Dutzende …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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