
Die Künstliche Intelligenz war in den vergangenen Monaten der wesentlichste Treiber an den internationalen Aktienmärkten. Viele Investoren setzen darauf, dass die Nachfrage nach den Leistungen der KI erst am Anfang steht und kaufen entsprechende Titel. Insbesondere von Chipkonzernen, deren Hardware für Rechenzentren in immer größerem Ausmaß benötigt wird. Neben Alphabet (Mutterkonzern von Google) und Microsoft (Copilot) sind die beiden de facto reinen KI-Anbieter OpenAI (Chat GPT) und Anthropic (Claude) Marktführer.
Die beiden Letzteren sollten heuer ebenfalls an die Börse kommen. Doch zumindest bei OpenAI wird vorläufig nichts daraus. Denn Firmenchef Sam Altman sagte am Wochenende, wie berichtet, es gebe noch viel zu tun, um die Anforderungen an die Sicherheit zu erfüllen und herauszufinden, wie die Branche und Regierungen zusammenarbeiten könnten.
Bei Anthropic haben Sicherheitsbedenken die Börsenpläne noch nicht gebremst. Insidern zufolge will das Unternehmen frühestens Mitte Oktober mit der Vermarktung seines Börsengangs beginnen und diesen noch vor den US-Kongresswahlen im November abschließen.
Risikofaktor
Zu Wochenbeginn sorgten jedenfalls die Absichten der Anbieter zur freiwilligen Selbstbeschränkung für Kursverluste. Der US-Technologieindex Nasdaq 100 gab rund ein Prozent nach. Unter den Einzelwerten gerieten primär Aktien von Halbleiterkonzernen wie Nvidia, Micron, Intel oder Marvell Technology unter Druck. Sie wiesen Kursverluste im Größenbereich von 3,2 bis 5,8 Prozent auf.
Experte Timothy Arcuri von der Bank UBS sprach von einem „neuen, erheblichen Risikofaktor“, der in der Chipbranche die Aussichten trübe. Er glaubt zwar nicht an das Argument, dass es zu einer massiven, fundamentalen Verlangsamung der Bewegung kommen wird. Führende KI-Labore hätten schließlich erst kürzlich weitreichende neue Infrastruktur-Investitionen auf den Weg gebracht. Um die Erwartungen zu erfüllen, müsse man aber „von einem ausgesprochen positiven Szenario für den Infrastrukturausbau ausgehen“.
Von den Sorgen wegen des Tempos der KI-Entwicklungen profitierten hingegen die Anteilsscheine von Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit. Damit gewannen die Aktien von Okta, Palo Alto und Crowdstrik zwischen zehn und zwölf Prozent.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



