Historischer Erfolg: Ein Tiroler ist der Senkrechtstarter im Triathlon

Sport

Bei der Siegerzeremonie wurde Tjebbe Kaindl erst so richtig bewusst, dass er als Triathlet nun endgültig an der Weltspitze angekommen ist. 

Der 27-jährige Tiroler teilte sich das Podest mit dem Franzosen Dorian Coninx, einem Weltmeister seines Faches (2023), und dem Briten Alex Yee, der 2024 in Paris Olympiasieger wurde.

Viel prominenter hätte das erste Weltcuppodium seiner Karriere nicht besetzt sein können.

„Das war schon immer ein Traum von mir, ich bin endlich da, wo ich hinwollte“, jubelte Tjebbe Kaindl nach dem dritten Rang bei der WM-Serie in Karlovy Vary (Tschechien), mit dem der Unterinntaler rot-weiß-rote Triathlon-Geschichte geschrieben hat: Denn noch nie zuvor hatte es ein österreichischer Triathlet in die Top 3 geschafft.

Dieser historische Erfolg hatte sich irgendwie schon abgezeichnet. Denn Tjebbe Kaindl mischte in dieser Saison bereits einige Male im Kampf um die Spitzenpositionen mit: Bei den Rennen in Edmonton (8.) und London (6.) hatte nicht viel auf den ersehnten ersten Stockerlplatz gefehlt. „Diesmal ist mir alles aufgegangen.“

Bestzeit am Rad

Vor allem weil dem Tiroler auch das Streckenprofil in Karlovy Vary entgegenkam. Der Radkurs führte durch die engen und verwinkelten Straßen der tschechischen Kurstadt, dass es über rutschiges Kopfsteinpflaster ging, war für Tjebbe Kaindl auch nicht unbedingt ein Nachteil.

Denn der 27-jährige dürfte unter allen Triathleten der Welt aktuell so ziemlich der beste Radfahrer sein und konnte auf diesem Kurs seine Stärken voll ausspielen. „Meine Attacken und meine offensive Herangehensweise haben sich bezahlt gemacht“, weiß Kaindl, der auf dem Rad die klare Bestzeit markierte.

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Mutig und angriffslustig war er auch schon in der Vergangenheit, aber nicht selten bekam er dann auf der Laufstrecke (10 Kilometer) schwere Beine. 

„Ich bin oft eingefahren, aber ich habe es so probieren müssen, weil ich weiß, dass ich im reinen Laufduell gegen die besten Läufer keine Chance habe“, berichtet Kaindl. „Inzwischen habe ich aber auch im Laufen ein Niveau erreicht, dass ich den Vorsprung halten kann.“

30+1+17 = 3

In Karlovy Vary ergaben die Plätze 30 (Schwimmen), 1 (Rad) und 17 (Laufen) den dritten Endrang, auf den französischen Sieger fehlten dem Aufsteiger der Saison nur 17 Sekunden, der zweitplatzierte Olympiasieger Yee zog erst auf den letzten Metern am Österreicher vorbei. 

„Ich bin jetzt wirklich vorne angekommen und muss mich nicht mehr verstecken“, sagt Tjebbe Kaindl. „Ich weiß jetzt: Ich kann’s schaffen.“

Das zeigt auch ein Blick auf die Olympia-Qualifikation der weltbesten Triathleten für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles: Nach seinen konstanten Leistungen scheint Tjebbe Kaindl in diesem Ranking bereits an der zweiten Stelle auf, „das hat inzwischen schon eine Aussagekraft“, weiß der Tiroler.

Ein kleines Problem hat sich Tjebbe Kaindl mit den starken Auftritten freilich eingebrockt. Er wird jetzt von den Konkurrenten nicht mehr links liegengelassen, sondern zieht zwangsläufig die Blicke auf sich. Vor allem auf der Radstrecke. „Ich werde beobachtet. Jeder schaut, was ich mache und wann ich meine Attacke setze. Damit kann ich gut leben.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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