
Die Zahl der in Italien lebenden Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis ist auf rund 339.000 gesunken. Das geht aus Berechnungen der Fondazione Ismu Ets für das Jahr 2025 hervor. Demnach standen den 339.000 Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus rund 5,5 Millionen regulär in Italien lebende Ausländer gegenüber. Die Zahl der Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis ist seit 2022 kontinuierlich zurückgegangen.
Damals hatte Ismu noch rund 506.000 Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus geschätzt. Die Zahl schwankt allerdings seit Jahrzehnten stark und wird unter anderem durch Regularisierungen beeinflusst.
5,5 Millionen Ausländer leben legal in Italien
„Die Zahl der Ausländer, die sich illegal in Italien aufhalten, geht auf und ab und spiegelt die Auswirkungen von Regularisierungen wider“, sagte Gian Carlo Blangiardo, emeritierter Professor für Demografie an der Universität Mailand-Bicocca und Präsident der Fondazione Ismu Ets. Seit den 1990er Jahren hätten Regularisierungen die Zahl der Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus immer wieder deutlich verringert.
Eine der größten Regularisierungsaktionen Europas erfolgte 2002 im Zusammenhang mit dem sogenannten Bossi-Fini-Gesetz. Damals erhielten fast 700.000 ausländische Arbeitnehmer einen regulären Aufenthaltsstatus. Bereits 2006 war die Zahl der Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis wieder auf mehr als 760.000 gestiegen. Nach einer Erweiterung der Einreisequoten für ausländische Arbeitskräfte sank sie 2007 auf rund 349.000.
Deutlicher Rückgang bei irregulären Einreisen
Auch die Zahl der über das Mittelmeer oder auf dem Landweg nach Italien kommenden Menschen spielt eine Rolle. Beide Einreisewege verzeichneten 2025 deutlich niedrigere Zahlen als auf dem Höhepunkt 2023. Über das Mittelmeer kamen 2023 insgesamt 157.652 Menschen nach Italien, 2024 und 2025 waren es jeweils rund 66.000.
Weitere Gründe für den Rückgang seien möglich, sagte Ennio Codini, Professor für Verwaltungsrecht an der Katholischen Universität Mailand und Leiter des Bereichs Gesetzgebung der Fondazione Ismu. So könnten die zuletzt ausgeweiteten Einreisequoten für Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten zur Legalisierung beigetragen haben. Zudem sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im Baugewerbe zurückgegangen, einem Bereich, in dem traditionell viele ausländische – auch irregulär beschäftigte – Arbeitnehmer tätig seien.
Source:: Kurier.at – Politik



