
Vor etwas mehr als zehn Wochen war die WM in den USA für Österreich vorbei. Zeit, um Bilanz zu ziehen. Am Montag wandte sich der ÖFB damit an die Öffentlichkeit. Das Resultat: Was die Finanzen betrifft, bleibt dem Fußball-Bund nicht so viel übrig wie bei der EM 2024. Wie das geht?
10 Millionen US-Dollar hat der ÖFB an Startgeld kassiert, dazu einen Kostenersatz von 2,5 Millionen Dollar und noch eine Million Dollar als Prämie für den Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Umgerechnet ergab das 11,5 Millionen Euro an Umsatz. Bei der EM vor zwei Jahren waren es 12,75 Millionen Euro, allerdings habe der ÖFB in Deutschland wesentlich geringere Kosten logistischer und organisatorischer Natur zu stemmen gehabt.
Aufsichtsrat Josef Pröll: „Wir werden circa 2 Millionen Euro an die Bundesliga und die Landesverbände ausschütten können, und trotzdem wird der ÖFB selbst in niedriger siebenstelliger Summe reüssieren können.“ Auch der ÖFB-Campus in Wien-Aspern spült schon im ersten Jahr weit mehr Geld herein, als viele prognostiziert hatten. „Mir wurde gesagt, das wird ein Millionengrab“, erinnert sich Pröll. Dem ist nicht so. „Wir haben die erste Hochrechnung und werden im ersten Jahr mit plus einer Million Euro reüssieren. Ein Riesenerfolg.“
Auch das A-Nationalteam wird demnächst wieder hier logieren, um sich auf das Nations-League-Heimspiel in Wien gegen den Kosovo am 27. September vorzubereiten.
Dort will Ralf Rangnick mit seinem Team wieder jenen Fußball zeigen, mit dem man in den letzten vier Jahren für Furore gesorgt hat. Den Kader dafür hat er am Montag einberufen.
Dass dies ausgerechnet bei der WM nicht gelungen ist, gab der Teamchef am Montag offen zu. Die Ergebnisse seien so gewesen, wie man sich das erwartet hatte, sagte Rangnick und verwies dabei noch einmal auf das Los Argentinien und eben Spanien im Sechzehntelfinale. „Ich bin aber ein Trainer, der nicht immer nur nach den Ergebnissen schaut, sondern auch nach dem, was wir auf den Platz bringen. Mich interessiert auch die Leistung und die Entwicklung der Mannschaft, und da muss ich ganz klar sagen, da war ich mit der WM nicht zufrieden.“
Nur phasenweise gut
Die erhoffte Leistung habe man zu selten gezeigt. „Wenn, dann nur in einzelnen Phasen. Wenn du gegen Argentinien oder Spanien etwas holen willst, dann brauchst du 90 Minuten auf absolutem Top-Niveau.“ Am Ende habe dafür bei einigen Leistungsträgern die körperliche Komponente nicht gestimmt.
„Wir waren bei der EURO 2024 in allen für unsere Spielweise relevanten Parametern unter den Top 3“, so der Teamchef. Das seien Sprints, schnelle Läufe oder Balleroberungen im letzten Drittel. „In all diesen Bereichen waren wir bei der WM irgendwo zwischen Platz 25 und 30.“ Soll heißen: Man sei physisch nicht in der Lage gewesen, die eigenen Stärken im Pressing und Umschalten in gewohnter Weise auf den Platz zu bringen. Acht Spieler des WM-Kaders seien zwar gesund, aber nicht „matchfit“ gewesen, sagte der Teamchef.
Viele Spieler hätten nach dem Mannschaftstraining Extraeinheiten absolviert. Man habe sich auch gefragt, wie man das hätte verhindern können, so Rangnick. „Wir wissen, dass die Franzosen vor der WM zwei Tage lang alle Spieler durchgetestet haben. Hätten wir das gemacht und wären …read more
Source:: Kurier.at – Sport



