
Der seit Monaten kolportierte Wechsel von Felix Gall und Gregor Mühlberger aus dem Decathlon-Team zu Lidl-Trek ist offiziell. Der deutsche Rennstall gab die Verpflichtung des österreichischen Radstars und seines Edelhelfers ab kommender Saison am Dienstagvormittag bekannt. Der 28-jährige Gall, der zuletzt Dritter bei der Vuelta a Espana war, erhielt einen bis 2029 gültigen Dreijahresvertrag, sein vier Jahre älterer Landsmann wurde für zwei Jahre unter Vertrag genommen.
„Nach wunderbaren Jahren und den damit verbundenen Erfolgen ist es nun an der Zeit, den nächsten logischen Schritt zu gehen. Die hohen Standards von Lidl-Trek in allen Bereichen des modernen Radsports passen perfekt zu meinem eigenen Ziel, mich weiterhin bestmöglich weiterzuentwickeln“, sagte Gall. Er sei mit Blick auf ein neues Karriere-Kapitel hochmotiviert und inspiriert. „Ich freue mich auf diese gemeinsame Reise.“
Gall schaffte 2023 den Durchbruch
Für seine bisherige Equipe hatte Gall 2023 bei der Tour de France mit dem Gewinn der Königsetappe und Gesamtrang acht den Durchbruch geschafft. 2025 steigerte sich der Kletterspezialist bei der Tour auf Platz fünf, außerdem legte er bei der Vuelta einen achten Platz nach. Heuer stieß er mit Platz zwei im Mai beim Giro d’Italia, geschlagen nur von Jonas Vingegaard, und in den vergangenen drei Wochen in Spanien in neue Sphären vor. Außerdem gewann er vor der Vuelta nach einem Etappensieg die Burgos-Rundfahrt.
„Felix hat 2026 gezeigt, dass er zu den Allerbesten gehört, und sich als echter Podiumskandidat bei den Großen Rundfahrten etabliert. Wir glauben aber, dass noch viel mehr in ihm steckt. Wir sind unglaublich gespannt darauf, wie weit wir in den nächsten drei Jahren gemeinsam kommen werden“, sagte Lidl-Trek-CEO Andy Schleck. Galls Entwicklung habe man seit 2023 genau verfolgt. „Er hat jede Saison einen Schritt nach vorne gemacht. Er hat seine Konstanz, sein Selbstvertrauen und seine Fähigkeit, über drei anspruchsvolle Wochen hinweg auf höchstem Niveau zu performen, kontinuierlich weiterentwickelt“, erläuterte Schleck.
Bei der Tour war Gall heuer nicht am Start, Decathlon setzte da auf Jungstar Paul Seixas. Der Fokus auf das Supertalent dürfte ihm den Abschied von den Franzosen nach fünf Jahren erleichtert haben. Der vom gleichen Manager wie Gall vertretene Mühlberger gewann im Juli nach seiner kurzfristigen Nichtberücksichtigung für die Tour im Nationalteamtrikot die Österreich-Rundfahrt und präsentierte sich bei der Vuelta als stärkster Gall-Helfer, ehe er mit Sturzverletzungen ausschied. Beim Giro war er Gesamt-15. Er war für Decathlon nur eine Saison im Einsatz.
Für Mühlberger geht „kleiner Traum in Erfüllung“
„Ein kleiner Traum geht in Erfüllung“, betonte Mühlberger. Der Wechsel sei ein „wichtiger Meilenstein“ und ein „weiteres wertvolles Kapitel“ in seiner Radkarriere. „Ich bin begeistert und hoffe, in den kommenden Jahren einen bedeutenden Beitrag für das Team leisten zu können.“ Das ist klarerweise auch das Ziel der Teamverantwortlichen. „Gregor bringt einen reichen Erfahrungsschatz mit, aber genauso wichtig ist, dass er Eigenschaften besitzt, die jedes Team schätzt: Loyalität, Engagement und die Bereitschaft, für seine Teamkollegen alles zu geben“, erläuterte Schleck.
Mühlberger sei einer jener Teamkollegen, die sich ohne Zögern für den Kapitän einsetzen würden. „Gleichzeitig besitzt er aber auch die Fähigkeit, seine eigenen Chancen zu nutzen“, sagte Schleck auch mit Blick auf die Österreich-Rundfahrt.
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Source:: Kurier.at – Sport



