Idee Budgetsanierung in Wien: Der Kultur-Euro ist Teufelswerk

Kultur

Veronica Kaup-Hasler hat ein Problem, und dieses wird täglich größer: Die Wiener Kulturstadträtin (SPÖ) weiß zwar, dass sie Sparmaßnahmen setzen müsste, aber weil sie (als Dramaturgin) aus der Szene kommt, will sie diese nicht beschneiden müssen. Gerade in Kunst und Kultur sparen: Das macht vielleicht ein freiheitlicher Banause in der Steiermark, aber nicht sie!

Dass sie kürzen muss, ist bereits seit 2025 bekannt: Die mittelfristige Planung von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) sieht für 2027 in der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft eine Reduzierung der Mittel von 353,7 Millionen Euro auf deren 308 vor, um 45,7 Millionen oder 13 Prozent weniger. Ende Mai sagte Kaup-Hasler im KURIER-Interview zu den Verhandlungen mit Novak: „Im Moment stehen die Zeichen auf Auseinandersetzung, das muss ich schon sagen.“ Da sie die kulturelle Landschaft nicht beschädigen will, habe sie „Modelle vorgelegt, was einnahmenseitig möglich wäre. Das heißt: I did my work, auch wenn ich jetzt nicht konkreter werden kann.“

Mit einer Tourismusabgabe (auf Nächtigungen) war Kaup-Hasler damals bereits gescheitert. Die neue Idee, von der sie nur „off the record“ erzählte, ist tollkühn: eine Landesabgabe für alle Eintrittskarten im Kulturbereich. Der KURIER berichtete am 8. September über Hintergründe. Seither ist die Erregung groß. Und schon lange nicht war man sich in der sehr fragmentierten Szene einig: Diese Idee ist Teufelswerk (siehe Artikel rechts).

Dabei weiß man nicht einmal Einzelheiten. Auch die kolportierten 12,5 Prozent – analog zum Wiener „Sportgroschen“ – sind nur eine Annahme. Aber sie lassen die Alarmglocken schrillen: Stephan Pauly, Chef des Musikvereins, wetterte vorgestern sogar vom Konzertpodium gegen den „Kultur-Euro“. Und am Freitag soll es eine Pressekonferenz geben. Doch nicht nur Veranstalter machen mobil: Gerüchteweise bahnt sich ein Familienstreit an – SPÖ Wien gegen SPÖ Bund.

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Denn in erster Linie wären vom „Kultur-Euro“ die Bundesinstitutionen betroffen, da fast alle umsatzstarken Theater- und Opernhäuser sowie Museen und Sehenswürdigkeiten im Besitz der Republik sind – und von ihr finanziert werden: die Staatsoper, das Burgtheater, das Kunsthistorische Museum und die Albertina, das Belvedere, Schönbrunn und so weiter. Fakt ist: Wien hat als Touristenmetropole einen ordentlichen Benefit – ohne auch nur einen Cent zum Betrieb dieser Einrichtungen beizusteuern. Umgekehrt finanziert der Bund Hunderte Institutionen in Wien mit (was für Unmut in den übrigen Bundesländern sorgt).

In der Staatsoper kostet ein gutes Ticket über 200 Euro – eine Steuer von 12,5 Prozent würde eine Anhebung von 25 Euro bedeuten, die der Stadt zuflössen. Vom eigenen Wien-Museum hingegen hätte man nicht viel zu erwarten: Aus kulturpolitischen Gründen ist der Eintritt in die Dauerausstellung gratis. Die Einrichtungen des Bundes sollen also über den Umweg des „Kultur-Euros“ die Gratiskultur-Gesinnung der Stadt, darunter auch den mit vier Millionen Euro budgetierten Gratis-Kultursommer, mitfinanzieren – und dafür sorgen, dass Kaup-Haslers Füllhorn nie versiegt? Das geht eindeutig zu weit!

Heute, Dienstag, gibt es ein erstes Treffen der Kulturbeamtinnen von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) mit Vertreterinnen der Stadt.

Offiziell, um sich über das Vorhaben informieren zu lassen. Aber Staatsoperndirektor Bogdan Roščić hat längst Berechnungen anstellen und Gutachten einholen lassen.

Man machte sich auch bei Clemens Jabloner, dem ehemaligen Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs, schlau. Fazit: Die Kultur-Euro-Steuer kann …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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