
Beim Heizen sind fossile Energieträger immer noch weit verbreitet. Aktuell sind in Österreich rund 800.000 Gas- und 400.000 Ölheizungen verbaut. Der Umstieg auf Heizsysteme, die im Betrieb günstiger und klimafreundlicher sind, geht nur schleppend voran. Mangels Fördermitteln stiegen sogar die Verkaufszahlen von Ölkesseln wieder an. Das Stocken der „Wärmewende“ liegt aber auch daran, dass beliebte Alternativen wie Pelletsheizungen und Wärmepumpen oft nicht in einzelnen Wohnungen installiert werden können – so wie etwa Gasetagenheizungen. Eine Salzburger Firma will eine Innovation in Umlauf bringen, die eine Verbesserung verspricht.
Gerät soll Gasthermen 1:1 ersetzen
Das Produkt nennt sich Midea H-Pack. Es ist eine Wärmepumpe, die nicht größer ist als eine Gastherme und in einer Wohnung genauso an der Wand montiert werden kann. Während herkömmliche Wärmepumpen aus Innen- und Außengerät bestehen, vereint diese so genannte Monoblock-Wärmepumpe alle Komponenten in einem Gehäuse. Im Betrieb ist das Gerät in etwa so laut wie ein Kühlschrank. Die Verbindung zur Außenluft wird durch zwei Rohre hergestellt, die durch die Außenwand geleitet werden.
Das System sei überall dort gut einsetzbar, wo es Probleme mit Platz und Lärmentwicklung gibt, sagt Alexander Kain, Prokurist von Avancetec. Das Salzburger Unternehmen ist Großhändler für erneuerbare Energielösungen und versorgt Installationsbetriebe mit Klimasystemen und Batteriespeichern für Photovoltaik-Anlagen. Seit Kurzem ist Avancetec exklusiver Vertreiber für Midea in der DACH-Region.
Hersteller ist einer der ganz Großen
Midea ist ein Konzern mit über 190.000 Mitarbeitern, der Haushaltsgeräte für eine ganze Reihe globaler Marken produziert und mit einem Jahresumsatz von zuletzt 54,8 Milliarden Euro zu den 500 größten Unternehmen der Welt zählt. Gründer He Xiangjian ist der 57.-reichste Mensch der Welt. In Europa ist die Kernmarke aber weniger bekannt. Das soll sich ändern, u. a. durch die Platzierung auf den Trikots des FC Barcelona.
Preis soll konkurrenzfähig sein
Ein weiterer großer Vorteil des Midea H-Pack sei der Preis, sagt Kain. „Die Gesamtinstallation kommt auf ca. 18.000 Euro.“ Sollte es ab 2027 wieder eine Kesseltauschförderung geben – für heuer ist sie bereits ausgelaufen – und der Preis dadurch auf weniger als 10.000 Euro sinken, dann „bewegen wir uns in etwa bei dem Preis für eine Gasheizung.“
Bisheriger Heizkreislauf kann bestehen bleiben
Die Effizienz sei „mindestens gleich hoch“ wie jene einer Split-Wärmepumpe. Laut Kain sei das Gerät ideal für gut isolierte Neubauten. Mit der Leistung von 4,5 Kilowatt könne man darin bis zu 140 Quadratmeter beheizen. Das Gerät kann aber auch gut in sanierten Altbauwohnungen bis 80 Quadratmeter eingesetzt werden. Ersetzt man eine Gasheizung, kann man den bisherigen Heizkreislauf behalten. Selbst Heizkörper müsste man nicht austauschen. Für mehr Effizienz würde es sich aber auszahlen.
Das H-Pack kann nur an Außenwänden montiert werden, um die Luftleitungen so kurz wie möglich zu halten. Zwei Kernbohrungen durchzuführen, sei laut Kain technisch kein Problem, in manchen Fällen könnten aber Genehmigungen dafür erforderlich sein.
Einsatz im sozialen Wohnbau anvisiert
„Unser Ziel ist es, effiziente und ganzheitliche Lösungen zu einem bezahlbaren Preis umzusetzen“, sagt Kain. Wärmepumpen für Wohnungen könnten in Zukunft etwa im sozialen Wohnbau ihren Platz finden. „Wer sozial schwächer ist, kommt oft nicht in den Genuss einer Wärmepumpe. Wer …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



