Um zwei Millionen: Warum Rapid als erster Klub eine Anleihe begibt

Sport

Rapid und der Finanzmarkt – das klingt nach dem Desaster mit der Rapid-Aktie vor über 30 Jahren noch immer etwas ungewohnt.

Nach zwei erfolgreichen Crowdinvestment-Aktionen wird in Hütteldorf dennoch die nächste Stufe am Kapitalmarkt gesucht, die Grünen „öffnen ihre Finanzierung für die eigene Community“.

Bei der Hauptversammlung im Herbst 2025 wurde es den Mitgliedern angekündigt, nun sind alle Genehmigungen erteilt – die Wiener begeben heute die „Rapid Anleihe 2026/2030“.

Es geht dabei um Millionen – was steckt dahinter?

Seit genau elf Uhr kann die „Rapid Anleihe 2026/2030“ der SK Rapid GmbH gezeichnet werden – bis zum 22. September.

Es handelt sich dabei um eine klassische Anleihe mit einer fixen Verzinsung von 4,0 Prozent pro Jahr und einer Laufzeit von vier Jahren und zwei Wochen.

Die Mindesteinzahlung sind 1.000 Euro, abgewickelt online über anleihe.skrapid.at. Das Emissionsvolumen beträgt „bis zu 1.999.000 Euro“, also knapp zwei Millionen.

Premiere in Österreich 

Rapid ist der erste Fußballverein Österreichs, der eine Anleihe begibt. Andere Vereine beschäftigen sich aktuell mit dieser Möglichkeit.

„Ich freue mich sehr, dass wir als SK Rapid mit dieser Anleihe wieder eine Vorreiterrolle einnehmen können und danke schon jetzt allen, die durch ihre Investitionen bei unseren Crowdinvestings sowie ihren Interessensbekundungen für diese Finanzierungsform dazu beigetragen haben, dass wir dieses Projekt mit großer Zuversicht starten können“, erklärt Geschäftsführerin Daniela Bauer.

Bauer weist darauf hin, dass Unternehmer und Selbstständige einen investitionsbedingten Gewinnfreibetrag nutzen könnten: Natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften können diesen unter bestimmten Voraussetzungen durch die Anschaffung begünstigter Wertpapiere decken – nach aktueller Rechtslage vorerst letztmalig für das Jahr 2026. 

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Abgewickelt wird die Aktion von Rapid über Faninvest und CapGate Finance.

Geld für Frauenfußball  

Die bis zu zwei Millionen, die nach Hütteldorf fließen, sollen mit dem „Schwerpunkt Frauen- und Mädchenfußball“ reinvestiert werden. Rapid strebt in diesem Bereich eine weitere Professionalisierung an.

Bauer meint: „Jede Investition kommt beim SK Rapid der nachhaltigen Entwicklung des gesamten Nachwuchsbereichs sowie des grün-weißen Frauenteams zugute.“

Die Idee einer Anleihe wurde von Fans unterstützt, die beim „Rapid InvesTOR“ 1 und 2 investiert hatten. Damals wurden drei Millionen und bei der Neuauflage des Crowdinvesting sogar 4,7 Millionen lukriert.

Während Klub-Anleihen international nicht neu sind (etwa bei Schalke) betrifft Rapid in Österreich Neuland.

Eine Win-win-Aktion? 

Was der Verein davon hat?

Die vier Prozent sind angesichts der konstant hohen Inflation für einen Fußballklub eine günstige Verzinsung. Außerdem stärkt es die Bindung zu Fans oder Sympathisanten, die in „ihren“ Verein mit ordentlicher Verzinsung investieren können.

Wer allerdings Sorge hat, dass Rapid bis 2030 pleite geht, sollte nicht investieren – wie bei allen Produkten am Kapitalmarkt gilt, dass ein Restrisiko besteht. 

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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