Bis zu 65 Tage Wartezeit für einen Termin beim Kassenarzt

Wirtschaft

Wer auf einen kassenärztlichen Facharzt angewiesen ist, hat oft das Nachsehen und muss mit langen Wartezeiten auf einen Termin rechnen. Das zeigt eine Auswertung von krankenversichern.at, eine Online-Plattform für den Vergleich privater Krankenversicherungen. Sie hat 1.601 Terminanfragen bei Kassenordinationen in ganz Österreich ausgewertet. Erhoben wurde der Zeitraum 21. Mai bis 10. September. Die Anfragen erfolgten verdeckt und standardisiert als neu zugezogene, bei der ÖGK versicherte Person – je Fachrichtung dasselbe Routine- oder Vorsorgeanliegen, ausdrücklich kein Akutfall. Analysiert wurden 14 Fachrichtungen, die Angaben beziehen sich auf den Medianwert. Das heißt, die Spitzenwerte liegen noch höher.

Demnach sind in 8 von 14 Fachrichtungen die Wartezeiten länger als im Vorjahr, nur in drei sind sie kürzer geworden. Am stärksten gestiegen ist die Kardiologie mit plus 12 Tagen auf 45, gefolgt von der Neurologie mit plus acht Tagen auf 50. Die Innere Medizin legt um 2 Tage auf 65 Tage zu – der höchste bisher in der Studie gemessene Medianwert. Längere Wartezeiten verzeichnen auch Pulmologie (+4), Radiologie (+3), Orthopädie und HNO (je +2) sowie Pädiatrie (+1).

Die Psychiatrie bleibt mit 61 Tagen auf dem zweithöchsten Niveau der Studie stehen, die Dermatologie bei 36 Tagen, der Hausarzt bei 1 Tag. Kürzer als 2025: Gynäkologie (−12 auf 34 Tage), Urologie (−9 auf 39) und Auge (−6 auf 46) – alle drei weiterhin über der Monatsmarke.

Die längsten Wartezeiten gibt es nach der Psychiatrie in der Inneren Medizin (Medianwert 61 Tage), gefolgt von Neurologie (50 Tage) sowie Auge (46 Tage). Spitzenwerte erreicht die Urologie in der Steiermark mit 88 Tagen, gefolgt von der Inneren Medizin mit 78 und der Psychiatrie mit 72 Tagen, beide in Oberösterreich.

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Am längsten warten Kassenpatientinnen und Kassenpatienten auf einen Facharzttermin im Burgenland mit 53 Tagen und in Vorarlberg mit 46 Tagen, am kürzesten in Wien mit 22 Tagen. Österreichweit sowie in Niederösterreich und der Steiermark liegt der Median bei 34 Tagen.

Als Grund für die immer länger werdenden Wartezeiten nennt Sebastian Arthofer, Studienleiter und Co-Gründer von krankenversichern.at, die seit Jahren nahezu unveränderte Anzahl an Kassenärzten (plus 0,4 Prozent seit dem Jahr 2000 auf 8.236). „Bei einer Bevölkerung, die im selben Zeitraum um rund 1,2 Millionen Menschen gewachsen ist. Das Wachstum des ärztlichen Angebots findet fast ausschließlich im Wahlarztbereich statt, der zunächst privat zu bezahlen ist.“

Ein weiteres Problem: Rund ein Drittel der Kassenordinationen nimmt aktuell keine neuen Patientinnen und Patienten auf. Gemessen wird in dieser Studie also nur dort, wo überhaupt ein Termin angeboten wurde.

„Wenn Patientinnen und Patienten bis zu 65 Tage auf einen Kassentermin warten und rund jede dritte Kassenordination keine neuen Patientinnen und Patienten mehr aufnimmt, dann ist eine private Krankenversicherung für viele längst kein Luxus mehr – sondern eine Notwendigkeit“, meint Arthofer.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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