Was Signa-„Berater“ René Benko alles entschied und was ihm auf die Nerven ging

Wirtschaft

Der KURIER-Bericht über den Dienstvertrag für René Benko als Beiratsvorsitzender der Signa Holding GmbH, sprich als Berater, zieht weite Kreise. Das Bayerische Landeskriminalamt hat die umstrittenen Anstellungsverhältnisse von Benko unter die Lupe genommen: Der Signa-Gründer agierte ab 2013 als Beiratsvorsitzender wie ein Geschäftsführer – mit Luxusprivilegien und Millionen-Prämien.

Der Vorwurf: Der Geschäftsführer-Vertrag aus dem Jahre 2009 wurde mit dem Dienstvertrag als Beiratsvorsitzender fortgeschrieben und die Entlohnung sogar angehoben. Das monatliche Bruttogehalt stieg von 56.000 Euro auf 60.480 Euro bzw. von jährlich 784.000 Euro auf 846.731 Euro. Neu hinzu kamen: Anspruch auf Sicherheitspersonal, eine Dienstwohnung am Wiener Fleischmarkt und ein Mietanteil an der Villa N in Igls. Die 2,5-Prozent-Prämie auf das jährliche Ergebnis blieb bestehen. Von 2017 bis 2021 kassierte Benko 64,18 Millionen Euro an Prämien.

Die Ermittler fassen zusammen: „Die Ausgestaltung dieses Dienstvertrags zeigt, dass René Benko zu außergewöhnlich hohen, vorteilhaften Konditionen bei der Signa Holding GmbH angestellt war – und damit durchschnittliche, übliche Vereinbarungen bei Weitem übertraf.“ So liege der Durchschnittsverdienst von Geschäftsführern kleiner GmbH bei rund 120.000 Euro im Jahr, so die Ermittler.

Faktisch der Boss

„Die Weiterbezahlung von Benko auf Grundlage des Geschäftsführer-Dienstvertrags ohne Anpassung an den neuen Aufgabenbereich bestätigt den bestehenden Verdacht, dass René Benko faktisch weiter als Geschäftsführer der SiHo GmbH tätig war und dementsprechend entlohnt wurde“, heißt im Aktenvermerk weiters. Das LKA Bayern dokumentiert zudem, dass Benko als Beiratsvorsitzender über Gehälter und Bonuszahlungen von Vorständen und Führungskräften entschied.

„René Benko führte laut den vorliegenden eMails regelmäßig Gespräche mit verschiedenen Mitarbeitern der Signa-Gruppe hinsichtlich deren Anstellungsverhältnis, Gehalt und Bonuszahlung“, schreiben die Ermittler. „Diese Entscheidungen obliegen regelmäßig der Geschäftsführung der jeweiligen Gesellschaft, die augenscheinlich in die persönlichen Vereinbarungen und Verhandlungen nicht eingebunden wurde.“

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Selbstbedienungsladen?

Benko war „zentraler Ansprechpartner für Gehaltsverhandlungen von leitenden Mitarbeitern der Signa-Gruppe“, so die Ermittler. Er wies seine Mitarbeiter aber auch in Schranken. „Dieses Thema der ständigen Nachforderungen und Erhöhungen geht mir mittlerweile auf die Nerven“, schrieb Benko in einer eMail 2017 an einen Geschäftsführer. „Meine Geduld, dass sich die Signa mittlerweile zum Selbstbedienungsladen entwickelt, wo jeder versucht, sein ohnehin schon hohes Gehalt nochmals zu verbessern, ist ziemlich zu Ende und daher sehe ich nicht ein, dass die Leute mit hoher Unverschämtheit an diese Themen herangehen.“

In einer eMail drohte er Vorständen mit Konsequenzen bei der Bonusauszahlung, sollten sie Vorgaben nicht erfüllen: „Wenn das nicht funktioniert, fließt das in die Beurteilung für den jährlichen Cash-Bonus mit großem (!) Gewicht ein.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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