Messis letzter Auftritt: Argentinien verabschiedet seinen Magier

Sport

In der Nacht auf Mittwoch bestreitet Lionel Messi (39) sein 208. und gleichzeitig letztes Länderspiel für Argentinien. Gegner ist die Fußball-Großmacht Benin. Die mehr als 80.000 Karten für das Testspiel in Buenos Aires waren innerhalb von zwei Stunden verkauft.

In 992 Profi-Partien hat Lionel Messi insgesamt 81.665 Minuten gespielt. 812 Mal ließ er den Ball im Netz zappeln. Zwei Mal sah er Rot.

Die Liste seiner Titel und Auszeichnungen ist ewig lang. Er gewann viermal die Champions League, zweimal die Copa America, 13-mal (!) eine nationale Meisterschaft. Und als ihn die meisten schon abgeschrieben haben, gewann er 2022 mit 35 Jahren doch noch die so lange herbeigesehnte Weltmeisterschaft und die bedingungslose Liebe der Argentinier. Dieser Titel nahm ihm auch die letzte Angriffsfläche, die letzten Zweifel waren ausgeräumt. Messi wurde zum Nationalhelden.

Ein letztes Mal wollen nun die Fans „La Pulga“, den Floh, im Nationalteam den Ball streicheln sehen. Ein letztes Mal einen Pass spielen, einen Freistoß schießen, vielleicht sogar die Kugel versenken. Es wäre sein 126. Tor im Dress der Albiceleste – natürlich nationaler Rekord.

Er will doch nur spielen

Messi ist trotz seines absurden Erfolgs erstaunlich wenig zur Marke geworden. Er ist kein großer Selbstdarsteller, kein Lautsprecher und kein Fußballpolitiker. Er verliert sich nicht im Größenwahn, er provoziert keine Skandale, seinen irrwitzigen Reichtum stellt er kaum zur Schau.

Mehrmals wurde er schon gefragt, ob er sich vorstellen könne, nach der Karriere Trainer zu werden. Immer wieder hat er abgewinkt. „Ich will Fußball nicht anschauen. Ich will Fußball spielen.“

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In einer Zeit, in der Taktik und Analysen im Milliardengeschäft Fußball immer bedeutender werden, steht bei kaum einem anderen Spieler das eigentliche Spiel so im Vordergrund.

Messi lässt sich kaum in ein taktisches Korsett zwängen, Messi kämpft nicht, Messi arbeitet nicht, Messi simuliert kaum. Er spielt.

Und er verkörpert den modernen Fußball in seiner schönsten Form.

Kritiker und Neider monieren, dass sich in jeder Mannschaft immer alles um ihn gedreht hat, den großen Star. Dass sich die Mitspieler für ihn aufopfern, damit seine Begabung zur Geltung kommt. Sei es bei Barcelona, Paris Saint-Germain, Inter Miami oder bei Argentinien. Doch welches Team der Welt würde nicht sein System auf ein Genie auslegen?

Seine Gegenspieler sezieren im Vorfeld jeden seiner Laufwege, sie kennen all seine Tricks. Doch wenn es darauf ankommt, macht Messi doch wieder alles anders und lässt die Konkurrenz wie Statisten dastehen.

Messi ist ein Zauberer, nicht ausrechenbar, kaum zu stoppen. Die Chance, dass die Zuschauer von dem Dribbler etwas Überraschendes zu sehen bekommen, ist bei keinem anderen Kicker so groß. Ihn wollen die Fußballfans in aller Welt sehen.

Einmal durfte auch ich Messi auf die begnadeten Beine schauen. 18. Dezember 2019, Barcelona gegen Real Madrid. Das Camp Nou ausverkauft. Unvergessen die „Meeeessi–Meeeessi“-Chöre der Zuschauer, der Aufschrei der 93.000 Fans, wenn der kleine Argentinier aus dem Mittelfeld zu einem seiner unvergleichlichen Sololäufe ansetzte. Dieser Clásico endete mit einem sehr seltenen 0:0. Sei’s drum.

Der Größte

Ich habe Messi gesehen. Für mich ist der 1,70-Meter-Mann der Größte.

Natürlich gibt es da einen Cristiano Ronaldo, der allerdings derzeit sein Denkmal selbst demontiert.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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