Saudische Mekka-Allianz intensiviert Kampf gegen Houthi-Rebellen im Jemen

Politik

Der Krieg der USA und Israel gegen den Iran ist seit Langem ein Mehrfrontenkrieg. Im Jemen im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen die pro-iranischen Houthis gegen die Truppen der jemenitischen Regierung, die von einer Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt wird. In diesem Konflikt geht es neben dem Ringen um die regionale Vormachtstellung vor allem um die Kontrolle der Schifffahrt im Roten Meer und der für den Ölexport wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Die Houthis haben in den vergangenen Wochen bedeutende Gebietsgewinne vermeldet und gleichzeitig immer öfter auch Ziele in Saudi-Arabien ins Visier genommen. 

Nach Angriffen auf die saudische Hauptstadt Riad, dem Beschuss von Ölanlagen der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco und zuletzt sogar einem Angriff auf die heilige Stadt Medina wird die Beistandspflicht in der neuen Mekka-Allianz schlagend. In dieser sunnitischen Allianz hat Saudi-Arabien Anfang August Verbündete gegen die schiitischen Houthis versammelt. Jetzt wird die Allianz zum ersten Mal tätig: Konkret entsenden die Türkei und Pakistan Truppen nach Saudi-Arabien, um gemeinsam gegen die Houthis im Jemen vorzugehen.

Der Auslöser soll Medina sein. Dabei geht es um einen Vorfall aus der vergangenen Woche. Die Houthi-Rebellen sollen eine Stromverteilerstation in der saudi-arabischen Stadt angegriffen haben. Diese Anlage versorgt nach Reuters-Informationen die Prophetenmoschee, einer der heiligsten Stätten des Islam, mit Elektrizität.

Die jemenitische Regierung in der Interims-Hauptstadt Aden im Süden des Landes vermeldet unterdessen die Einnahme bzw. Rückeroberung wichtiger Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab an der Westküste des Landes. Hunderte Houthi-Kämpfer seien eingekesselt worden. Die Einsätze sollen mit Luftunterstützung von 100 saudischen Kampfflugzeugen erfolgt sein. Nach Militärangaben des Jemen begann am Sonntag auch eine Großoffensive auf die von den Houthis seit Jahren kontrollierte Hauptstadt Sanaa. Die von den Houthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur SABA dementierte diese Berichte. Sie sprach von einem Versuch, Misserfolge und Niederlagen zu vertuschen.

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Derweil haben die Houthis erneut den Flughafen in Riad unter Beschuss genommen. Die Houthis erklärten, sie hätten außerdem eine Aramco-Raffinerie sowie mehrere weitere Ziele in dem Königreich angegriffen. Außerdem erzielten die Houthis angeblich Geländegewinne bei Taiz im Südwesten des Jemen. Laut ihren Militärinformationen brachte die Miliz Abschnitte einer wichtigen Verbindungsstraße unter ihre Kontrolle, wodurch die dortigen Regierungstruppen abgeschnitten seien. Taiz ist die drittgrößte Stadt des Jemen und seit Beginn des Bürgerkriegs heftig umkämpft. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Für den globalen Ölmarkt und die Preise für Rohöl ist von besonderer Bedeutung, wer die Kontrolle über Bab al-Mandab hat. Nach eigenen Angaben vom Montag haben die jemenitischen Regierungstruppen die Kontrolle zurückerlangt. Die Houthis wiesen das umgehend als „völlig unwahr“ zurück. Nach der seit Monaten blockierten Straße von Hormus im Persischen Golf ist Bab al-Mandab eine der weltweit wichtigsten Routen für den Öltransport. Dieser erfolgt mit Supertankern von den Verladehäfen an der Westküste Saudi-Arabiens zu den Käufern des Rohöls in Asien. Die Einnahme von Bab al-Mandab durch die Houthi-Miliz im September hatte die Energiemärkte erneut erschüttert.

Aktuell notiert die Nordessesorte Brent wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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