Der Titel sagt schon alles: „Die Waffen nieder!“ als grelle Revue

Kultur

Bertha von Suttner, 1843 in Prag geboren, wurde, auch aufgrund persönlicher Umstände, zur Pazifistin. Um ihre Botschaft zu vermitteln, veröffentlichte sie 1889 keine theoretische Schrift, sondern einen autobiografisch gefärbten Roman: Sie erzählte über die Schrecken wie die Folgen des Krieges aus der Sicht einer Ehefrau. 1905 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Geblieben ist bloß der programmatische Titel. Das Schauspielhaus Graz wagte sich trotzdem an eine Dramatisierung von „Die Waffen nieder!“.

Die sehr gewollte Inszenierung von Sandra Strunz erinnert an ein Lehrstück von Bert Brecht: Sie ist holzschnittartig, artifiziell, grell. Die Antikriegsrevue hebt mit einer Vorstellung der Protagonisten an: Jede der sieben Figuren, zum Teil crossgender besetzt, gibt mit einer Geste zu verstehen, wofür sie steht. Die Schmerzensfrau in der Mitte hat das lila Seidenkleid wie einen Trauerschleier über den Kopf geworfen.

Martha wird zur Soldatenfrau – und zur Mutter Courage: Theatralisch platzt die Fruchtblase. Im Gegensatz zu ihrer angepassten Schwester Marie (Annette Holzmann) beginnt sie nachzudenken, dann fällt ihr Mann Arno. Das Schicksal zu ertragen, gelingt ihr nicht: Sohn Rudi, dargestellt von Luisa Schwab, werde nicht in den Krieg ziehen. So gerät sie in Konflikt mit ihrem Vater (Anna Rausch). In ihrem zweiten Mann Tilling (Mario Lopatta) findet sie aber einen Mitstreiter.

Angereichert sind die Szenen mit viel Musik (von Rainer Süßmilch) und dem Radetzkymarsch sowie mit halblustigen Slapsticknummern: Da spritzt das Blut! Später watet das Ensemble durch rotes Wasser, doch die Regie verhindert mit ihren Verfremdungseffekten, dass man mit Martha wirklich mitfühlt. So sehr sich Marielle Layher auch gegen das enge Regiekorsett sträubt.

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KURIER-Wertung: 3 Sterne (von 5)

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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