Wiederkehr plant eigene AHS-Sonderform für Hochbegabte

Politik

Gymnasien sollen in Zukunft auch eine AHS-Sonderform für Hochbegabte einrichten können: Kinder und Jugendliche mit „besonderem Begabungs- und Leistungspotenzial“ sollen dort innerhalb von drei Jahren die Unterstufe abschließen können und mit einem angepassten pädagogischen Angebot bis zur Matura kommen. Bisher gab es dazu nur Schulversuche, Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) will die AHS für Hochbegabte nun als Sonderform ins Regelschulwesen überführen.

AHS-Sonderformen gibt es derzeit für Berufstätige, als (Real)Gymnasium mit Musik-, Sport- oder Englischschwerpunkt oder als Werkschulheim, wo man zusätzlich ein Handwerk erlernt. Laut einem aktuellen Gesetzesentwurf (Begutachtungsfrist bis 4. November) soll nun mit der „Allgemeinbildenden höheren Schule für Hochbegabte“ ab Herbst 2027 eine vierte Sonderform dazukommen. Bis 2030 sind laut wirkungsorientierter Folgenabschätzung vier AHS für Hochbegabte geplant, wobei die Sonderform nur in Form einzelner Klassen an einem schon bestehenden Standort angeboten werden kann und der Lehrplan so gestaltet sein muss, dass am Schluss die Reifeprüfung des Gymnasiums oder Realgymnasiums abgelegt werden kann.

Das soll sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler, die doch nicht mit den erhöhten Anforderungen zurechtkommen und nicht in der Sonderform bleiben können oder wollen, in eine reguläre Klasse ihrer gewohnten Schule wechseln können. Eine Klassenwiederholung ist in der Sonderform für Hochbegabte bis auf wenige Ausnahmen (Erkrankung, Unfall, höhere Gewalt) nicht möglich.

Ein bisschen Begabungsförderung für alle

Wer die AHS für Hochbegabte besuchen will, muss vorher durch ein Aufnahmeverfahren. Laut Erläuterungen soll es neben einem standardisierten Intelligenztest aus einem Kennenlerngespräch und Gruppenübungen bestehen, dabei sollen auch Motivation und Arbeitsverhalten überprüft werden. In der AHS-Sonderform können die Standorte dann ihre Angebote so gestalten, dass die Begabungen der Schüler möglichst gezielt gefördert werden – etwa durch das Vorziehen von Inhalten oder Abschlüssen, Erweiterung des Lehrplans, Belegen von Hochschulkursen schon in der Schulzeit, Anpassungen beim Stoff (zusätzliche oder weiterführende Lerninhalte, individuelle Lernziele) oder Coaching und Mentoring.

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Einige Elemente aus den bisherigen Schulversuchen sollen in Zukunft außerdem an allen Schulen zum Einsatz kommen können, etwa das selbstständige Erledigen von Arbeitsaufträgen. Dadurch sollen erprobte Modelle wie der „Flipped Classroom“, wo Schüler sich im eigenen Tempo außerhalb des Unterrichts in ein Thema einarbeiten und dann gemeinsam in der Klasse das Gelernte vertiefen, allen offenstehen. 

Auch das Vorziehen von Teilen der Reifeprüfung, sobald das entsprechende Fach positiv abgeschlossen ist, soll schulautonom an allen Standorten möglich werden. Ab der 10. Schulstufe sollen mittlere und höhere Schulen außerdem die Anwesenheitsregeln flexibler regeln dürfen, damit Schüler bzw. Gruppen von Schülern an einem längerfristigen Projekt arbeiten können.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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