XXXLutz: „Wir haben heute Tausende Mitbewerber“

Wirtschaft

Der Wettbewerb im Möbelhandel wird härter. XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger über den Kampf und Kunden und den heimischen Standort.

KURIER: Der Möbelhandel hatte es nicht leicht in den vergangenen paar Jahren. Wie ging es XXXLutz?

Thomas Saliger: Die wirtschaftliche Gesamtsituation spürt jeder. Aber wir können extrem gut auf die Kosten schauen und können uns extrem anstrengen. Wir sind bis in die Geschäftsführung Vollblutverkäufer. Wenn die Frequenz weniger wird, muss man die Abschlussquote erhöhen, dann erreicht man immer den gleichen Umsatz.

Dem Mitbewerb gelang das nicht immer. Kika/Leiner ging 2024 pleite. Inwiefern konnte XXXLutz von der Insolvenz profitieren?

Da ist ein Markt freigeworden, auch für die Konkurrenz. Wir befinden uns lange nicht mehr nur im Wettbewerb mit dem stationären Mitbewerber auf der anderen Straßenseite. Wir haben heute de facto Tausende Mitbewerber, die aber unsichtbar sind, weil sie nur im Netz unterwegs sind. Die betreiben keine Möbelhäuser und haben kein Personal. Diesen Wettbewerb gibt es seit mindestens zehn Jahren im Möbelhandel. Wir haben das von Anfang an sehr ernst genommen und viel investiert.

Wie groß ist die Konkurrenz durch Online-Billiganbieter im Möbelhandel?

Temu oder Amazon, das sind Konkurrenten, die man ernst nehmen muss. Ganz ein neues Phänomen sind die Marktplätze. Anders als reine Online-Möbelanbieter haben die Waren aus allen Segmenten und das vermischt sich immer mehr. Die Konkurrenz ist hart, aber für uns gibt es da kein Jammern. Das Match entscheidet immer der Kunde. Und wenn der Kunde zuhause auf der Couch nach Angeboten sucht, dann muss man sich auch darauf einstellen.

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XXXLutz ist bekannt für prägnante Werbung. Wie verändert sich die Bedeutung solcher Spots und Kampagnen?

Wir wollen dem Kunden vermitteln, dass Wohnen etwas Schönes ist und einen Wert hat. Früher haben wir uns in Fernsehen und Prospekten mit Kika/Leiner gematcht. Heute matchen wir uns mit allen Möglichen, auch gegen den Markt oder gegen die Kaufunlust. Auch unsere Prozentaktionen sind heute größer als damals, auch weil wir mittlerweile gegen Onlinehändler aus der ganzen Welt kämpfen.

Welche Möbel werden überhaupt online gekauft?

Im Möbel-Onlinehandel geht es um die Einstiegspreisklasse. Sobald es in irgendeiner Form um Wertigkeit geht, kommt das stationäre Möbelhaus ins Spiel. Dort kann man Möbel ansehen und meistens kaufen die Kunden sie dann auch dort. Das hat sehr viel mit Sicherheit zu tun. Das ist ein Thema, auf das wir sehr pochen, weil es da auch um Wettbewerbsgleichheit mit Temu und Co geht. Für uns gibt es viele Vorgaben, die wir rigoros einhalten. Bei den Waren, die direkt über China hereingeschickt werden, ist das oft sehr fraglich. Bei uns sind zu jedem Artikel massenhaft Informationen gespeichert, um Vorgaben wie beispielsweise die EU-Holzverordnung zu erfüllen.

Viele Händler leiden unter der Bürokratie. Gilt das auch für XXXLutz?

Naja, lustig ist es nicht, aber wir haben nie ein Problem mit Rahmenbedingungen, wenn diese für alle gleich gelten. Das gilt für uns auch beispielsweise bei Kollektivvertragserhöhungen. Die erhöhen zwar unsere Kosten, aber dafür haben die Leute mehr Geld für den Konsum zur Verfügung. Außerdem gelten die Erhöhungen auch für die Mitbewerber, also herrscht zumindest im stationären Handel Wettbewerbsgleichheit.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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