
Jahr für Jahr stürzen die Hütteldorfer nach einem starken Saisonstart ab, sobald die Temperaturen fallen. Spätestens im November haben sich die Meisterträume der Fans in einen – meist anhaltenden – Herbst-Blues verwandelt.
Warum sollte es heuer, als Tabellenführer nach einem Viertel der Saison, anders sein? Noch dazu, wenn der absolute Angstgegner nach Hütteldorf kommt? Am Freitag ab 19.30 Uhr werden rund 20.000 Fans zum Gastspiel von Hartberg erwartet.
Die Steirer sind der einzige Bundesligist, der im Rapid-Stadion eine positive Bilanz hat. Von zwölf Heimspielen wurden nur drei gewonnen, aber sechs verloren. Mit den Cuppartien (zwei gewonnen, eine verloren) wird es nur unwesentlich besser.
Vor sechs Monaten gab es nach einem verschossenen Bolla-Elfmeter und einer Vielzahl an vergebenen Chancen ein deprimierendes 0:2 gegen die konterstarken Hartberger.
Anders als gewohnt?
„Im Konter haben sie uns wehgetan, das können sie immer noch. Aber andererseits wirkt das Spiel wie eines aus einer fernen Vergangenheit“, meint Hoff Thorup.
Jannes Horn erzählt, was sich im Vergleich zum Absturz vor einem Jahr alles verändert hat: „Wir treten geschlossener auf. Wir sind auf dem Feld und in der Kabine eine echte Mannschaft. Und wenn du als Spieler merkst, dass die Ideen des Trainers fruchten, macht es noch mehr Spaß.“
Der linke Verteidiger aus Deutschland kündigt an: „Wir wollen diese Welle weiter reiten. Im neuen LASK-Stadion haben wir bis zum Sonntag auch nicht gewonnen. Jetzt wollen wir gleich die nächste Negativbilanz kaputtmachen.“
Ein Mal wird der Trainer laut
Beim KURIER-Besuch des Abschlusstrainings wurde Hoff Thorup zwar einmal laut („Das muss schneller gehen“), ansonsten wirkte der 37-Jährige mit dem immer größer werdenden Kader zufrieden.
Der Trainer bestätigt: „Ich habe aktuell keine Bedenken, weil der Zusammenhalt und die physischen Werte weiter stimmen.“
Horn verspricht: „Wir wissen, dass es die größte Gefahr wäre, jetzt zu locker zu werden. Es geht nur mit 100 Prozent.“
Offenes Spiel erwartet
Hoff Thorup will im dritten Duell mit Hartberg den ersten Sieg und freut sich, dass Guardiola-Fan Markus Schopp ebenso den gepflegten Fußball bevorzugt: „Ich mag es, wenn es offen hin und her geht.“
Der Däne weiß aber auch, dass Schopp nach einem Fehlstart mit zuletzt elf Punkten in fünf Spielen auch in seiner dritten Amtszeit Richtung Meistergruppe marschiert: „Ihr Spiel ist komplexer geworden. Sie nehmen im Spielaufbau mehr Risiko, um zu kombinieren.“
Radulovic-Tor mit Ansage?
Besonders motiviert sein wird Andrija Radulovic. Der Montenegriner ist der einzige Rapidler, der mit Hoff Thorup gar keine Basis fand.
Seit der Leihe nach Hartberg hält der Techniker bei je zwei Toren und Assists in 76 Spielminuten.
Ein Radulovic-Treffer würde mit Ansage fallen – oder ist Rapid heuer wirklich anders?
Source:: Kurier.at – Sport



