
Wegen der für August 2027 angekündigten Schließung des Werks des Iglo-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich ist eine Online-Petition zum Erhalt von Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld lanciert worden. Am Donnerstag wurden bereits mehr als 20.000 Unterschriften verzeichnet. Konkret in die Pflicht genommen wird die Bundesregierung, die entsprechende Anreize schaffen soll.
Als mögliche Lösungswege angesprochen wurden im Beschreibungstext der Online-Petition ein Steuervorteil oder eine Subvention für ein österreichisches Unternehmen, das eine etwaige neue Fabrik zur Verarbeitung von Tiefkühlgemüse bauen könnte. Weiters angedacht werden finanzielle Unterstützungen für betroffene Bauern, „die als Genossenschaft die Verarbeitung ihres Gemüses übernehmen könnten“.
FPÖ-Schmiedlechner für „österreichische Lösung“
Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Peter Schmiedlechner forderte indes in einer Aussendung, gemeinsam mit der bestehenden bäuerlichen Erzeugergemeinschaft sowie mit heimischen Verarbeitern und Investoren eine Weiterführung des Werks oder eine alternative regionale Verarbeitungslösung zu prüfen. „Wenn Bund und Land bereit waren, einem internationalen Konzern Unterstützung anzubieten, dann müssen sie auch eine österreichische Lösung mit unseren Bauern unterstützen können. Die Bauern dürfen dabei nicht allein das wirtschaftliche Risiko tragen“, betonte der Agrarsprecher der Freiheitlichen.
Ardo hatte ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land abgelehnt und in der Vorwoche betont, den Fokus auf die Ausarbeitung eines Sozialplans legen zu wollen. Seitens der Produktionsgewerkschaft Proge wurde zuletzt jedoch festgehalten, dass ein bisheriges Angebot „völlig unzureichend“ gewesen sei. Haken dürfte es an der finanziellen Ausgestaltung.
Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert etwa für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Von der für Ende August 2027 geplanten Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan entsteht. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Die belgische Gruppe hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.
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Source:: Kurier.at – Wirtschaft



