Lange Wartezeiten: Nur noch jeder Zweite mit Gesundheitssystem zufrieden

Politik

Nur noch 51 Prozent sind mit dem heimischen Gesundheitssystem sehr oder eher zufrieden. Das zeigt eine Umfrage im Vorfeld des Austrian Health Forum (AHF) in Bad Hofgastein und ist der schlechteste Wert seit Beginn der Messreihe 2019.

Rund die Hälfte gibt an, fünf Wochen oder länger auf einen Facharzttermin warten zu müssen, 64 Prozent finden das unangemessen. 29 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten aus finanziellen Gründen auf eine medizinische Leistung verzichtet.

Im Mai 2019 war die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem noch bei 76 Prozent gelegen. Nun sind die Gruppen der Zufriedenen und Unzufriedenen beinahe gleich groß. 46 Prozent gaben aktuell an, eher oder sehr unzufrieden mit dem österreichischen Gesundheitssystem zu sein.

Vorsorgeangebote gefragt

Um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, sind die Menschen auch bereit, ihre Gewohnheiten zu ändern, hieß es in einer Aussendung des AHF am Freitag. 60 Prozent wären bereit, für einen rascheren Arzttermin einen vorgegebenen Behandlungspfad einzuhalten, etwa die Anmeldung über eine Gesundheitshotline. Ein regionales Gesundheitszentrum, in dem Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten, wäre für 88 Prozent eine Alternative zum Krankenhaus. Die Bereitschaft, Gesundheitsdaten für die Forschung zur Verfügung zu stellen, ist mit 66 Prozent stabil hoch.

Vorbeugung messen die Befragten großes Gewicht bei. Am häufigsten genutzt wurden bisher Impfungen (70 Prozent), Gesundenuntersuchung (63 Prozent) und Zahn-Prophylaxe (62 Prozent). Strukturierte Vorsorgeprogramme (21 Prozent), Beratungsangebote (18 Prozent) und Präventionskurse (sechs Prozent) erreichen deutlich weniger Menschen. 73 Prozent befürworten Impfungen, 39 Prozent davon sehr stark, 22 Prozent lehnen sie ab.

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Zweitägiger Kongress

Trotz der vielen Präventionsmöglichkeiten sehen 62 Prozent der Befragten den Schwerpunkt des Gesundheitssystems eher bei der Behandlung akuter Krankheiten, nur 28 Prozent bei Vorbeugung und Gesundheitserhalt. „Die Menschen halten Vorsorge für wichtig, stehen Impfungen mehrheitlich positiv gegenüber und sind bereit, ihre Gesundheitsdaten für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Unzufriedenheit entsteht aber auch deshalb, weil die Gesundheitsversorgung als Reparaturbetrieb gesehen wird und die Wartezeiten in manchen Bereichen zu lang sind“, fasste AHF-Gründer Christoph Hörhan zusammen.

Die geplante Gesundheitsreform soll unter anderem mit Facharztzentren sowie einem Fokus auf Digitalisierung und die Gesundheitshotline 1450 Verbesserungen bringen. Das AHF Gastein findet heuer von 19. bis 20. Oktober in Bad Hofgastein statt.

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren, wie Prävention und eHealth zu einer besseren Gesundheitsversorgung beitragen können. Es ist die mittlerweile elfte Ausgabe der Kongresse, die im Frühling in Schladming und im Herbst im Gasteinertal stattfinden.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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