Nach scharfer Kritik des Frutura-Chefs: Behörden melden sich zu Wort

Wirtschaft

Im KURIER verkündete der Obst- und Gemüseproduzent Manfred Hohensinner von Frutura vergangene Woche seinen Unmut: Sein neues Geothermie-Projekt am Standort Neudau, in das 92 Millionen Euro fließen sollen, wird seit einem Jahr gebremst (lesen Sie das Interview hier) und steht, wie die APA am 15. Oktober berichtete, jetzt gänzlich auf der Kippe.

Der Hintergrund: Seit 2016 betreibt Hohensinner am Standort Bad Blumau seine 26 Hektar große Frutura-Thermal-Gemüsewelt. Als Energieträger wird 125 Grad heißes Thermalwasser genutzt, das aus 3.300 Metern Tiefe gepumpt wird. Eine Kopie dieser Idee hätte am Standort Neudau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld entstehen sollen. Die erste Bauphase sollte 2027 abgeschlossen sein.

Robert Rogner, Gründer der Therme Bad Blumau, befürchtete jedoch, dass die Thermalbohrungen den Wasserdruck und die Versorgung der eigenen Thermalquelle negativ beeinflussen könnten. Also gab es seitens des Unternehmers einen Einspruch. Der wasserrechtliche Bescheid wurde damit vorerst erfolgreich angefochten. Der Fall liegt laut Hohensinner jetzt beim Landesverwaltungsgerichtshof.

Im KURIER-Interview kritisierte Hohensinner jedoch weniger die Ereignisse per se, sondern das Versagen der Behörden und das Drücken vor Entscheidungen. Laut ihm sollen diese monatelang nicht für seinen Anwalt, den Wasserrechtsexperten Georg Eisenberger, erreichbar gewesen sein. „Drei Monate hat er telefonisch niemanden dort erreicht. Das ist jetzt bitte kein Schmäh. Dreimal war er persönlich dort. Es war nie jemand da“, sagt Hohensinner. Ein Insider soll dem Unternehmer sogar verraten haben, dass Festnetz-Anrufe umgeleitet werden aufs Handy – und Handy-Anrufe aufs Festnetz.

Jetzt reagiert die Behörde: „Wir weisen die Vorwürfe entschieden zurück“

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Besagte Behörde ist übrigens die Wasserrechtsbehörde Abteilung 13 in der steiermärkischen Landesregierung. Diese wandte sich jetzt mit einer Stellungnahme an den KURIER und weist die Vorwürfe „entschieden zurück“. Es sei „sachlich unzutreffend, den Eindruck zu erwecken, die zuständige Landesbehörde würde notwendige Entscheidungen verschleppen oder das Projekt durch Untätigkeit verhindern“, teilt der steirische Landesrat Hannes Amesbauer in einem schriftlichen Statement mit.

Faktum sei, dass die Behörde derzeit überhaupt nichts mehr offen habe, heißt es. „Rein rechtsstaatlich ist es gar nicht mehr möglich, Einfluss zu nehmen“, so Sprecher Oliver Brunnhofer. Aus Sicht der Behörde gab es viele Beteiligte in diesem Verfahren. „Stillstand kann man aus der landesbehördlichen Sicht zurückweisen“, so der Sprecher. Alles habe in „angemessenem Zeitraum“ stattgefunden. Zum Vorwurf der umgeleiteten Telefone heißt es: Das soll technisch gar nicht möglich sein.

Weiters hält Amesbauer fest, dass die Steiermark ein großes Interesse an der Umsetzung bedeutender Investitionsvorhaben „und der damit verbundenen Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen“ habe. „Dies gilt selbstverständlich auch für das geplante Projekt in Neudau.“

Den Verfahrensverlauf skizziert die Behörde wie folgt (diese Auszüge sind aus dem Statement kopiert):

Die Kotax Farm & Forestry GmbH stellte am 21. Juni 2024 einen Antrag auf wasserrechtliche Bewilligung der geplanten Bohrung samt Pumpversuch.

Die zuständige Wasserrechtsbehörde erteilte diese Bewilligung mit Bescheid vom 17. April 2025, somit nach einer Verfahrensdauer von rund zehn Monaten.

Nachdem gegen diesen Bescheid Beschwerde erhoben worden war, regte die Antragstellerin am 11. September 2025 die Aberkennung der aufschiebenden Wirkung an.

Diesem Anliegen kam die Behörde bereits mit Bescheid vom 15. Oktober 2025 nach, also innerhalb von rund sechs Wochen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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