
Journalisten neigen ja gerne zu Übertreibungen, aber es hat in diesem Jahrtausend im Tivolistadion tatsächlich wohl kaum eine Partie gegeben, die die Fans dermaßen in den Bann gezogen hat wie die Neuauflage des Westderbys.
Seit einem Jahrzehnt waren sich die Erzrivalen Wacker Innsbruck und Austria Salzburg nicht mehr begegnet, auch weil beide Traditionsvereine wegen finanzieller Fouls unliebsame Bekanntschaft mit den Niederungen des Amateurfußballs machten.
Feuer & Flamme
Es herrschte also dicke Luft im und über dem Tivolistadion, das mit 16.125 Zusehern ausverkauft war. Das Arsenal an Feuerwerkskörpern, das auf den Tribünen angezündet wurde, lässt darauf schließen, dass Silvester in diesem Jahr womöglich etwas ruhiger ausfallen könnte.
Hundertschaften von Polizisten sorgten immerhin dafür, dass sich die Auseinandersetzungen am Freitagabend auf verbale Fouls beschränkten.
Fußball gespielt wurde dann übrigens auch noch. Und wie so oft, wenn die Atmosphäre dermaßen aufgeheizt ist, war das Geschehen auf dem Platz dann wenig erwärmend. Zumindest in den ersten 45 Minuten konnte das Zweitligamatch nicht mit der erstklassigen Kulisse mithalten.
Tiroler Co-Produktion
Das änderte sich schlagartig nach dem Seitenwechsel, als die Salzburger nach einem Freistoß in Führung gingen. Und dieses 0:1 war treffenderweise eine Tiroler Co-Produktion: Florian Rieder, ein ehemaliger Wacker-Spieler, flankte auf Christian Gebauer, den früheren WSG-Tirol-Kicker – 0:1 (53.).
Die Innsbrucker drückten nach dem Rückstand zwar auf den Ausgleich, stellten sich vor dem Tor aber tollpatschig und schludrig an.
So durften am Ende die Gäste aus Salzburger den Prestigeerfolg im Westderby bejubeln.
Source:: Kurier.at – Sport



