Nach Millionenpleite eines bekannten Transportunternehmens: Abstimmung über Sanierungsplan vertagt

Wirtschaft

„Noch nicht alle wesentlichen Parameter sind ausreichend geklärt“, heißt es in einer Mitteilung des AKV. Neben der ungeklärten Finanzierung der ersten Rate sind auch zahlreiche Forderungen weiterhin bestritten – es geht um mehr als 56 Millionen Euro.

 Die Sanierung der Nothegger Transport Logistik GmbH verzögert sich. Das Landesgericht Innsbruck hat laut AKV, Creditreform und KSV1870 die für Dienstag angesetzte Abstimmung über den Sanierungsplan auf 30. November verschoben. Grund: Zentrale Finanzierungsfragen sind noch offen.

Im anhängigen Insolvenzverfahren wurden bisher 444 Forderungen in Höhe von rund 86 Millionen Euro angemeldet. Davon hat der Insolvenzverwalter des Tiroler Transportunternehmens  Forderungen in Höhe von etwa 29,6 Millionen Euro anerkannt. Der Rest wird bestritten.

Erste Rate nicht finanziert

Nothegger bietet seinen Gläubigern eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren an. Die Summe sollte in vier Raten zu je fünf Prozent gezahlt werden – die erste 60 Tage nach Annahme des Sanierungsplans. Doch genau diese erste Zahlung ist nicht gesichert. Auf Antrag der Schuldnerin vertagte das Gericht die Abstimmung.

Radikaler Umbau läuft

„Das Unternehmen setzt auf einen umfassenden Konzernumbau. Der Fuhrpark wurde bereits verkleinert, der Standort Fürnitz geschlossen. Weitere Standortschließungen werden geprüft. Auch beim Personal wird gespart: Stellen werden abgebaut, die Produktivität soll steigen“, so der AKV. „Besonders im Fokus: das Verhältnis zwischen Disponenten und Fahrern. Dieses sei “nicht konkurrenzfähig„ gewesen und werde nun angepasst. Zudem sollen Abläufe digitalisiert und durch Künstliche Intelligenz unterstützt werden. Das Angebotsspektrum wird überarbeitet, der intermodale Verkehr vorläufig aufgegeben.“ Grund seien „zu große Unzulänglichkeiten“ bei ausländischen Bahnpartnern.

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Muttergesellschaft soll einspringen

Finanzielle Hilfe erhofft sich Nothegger von seiner Hauptgesellschafterin, der Nothegger Holding GmbH. Diese könnte Eigenkapital zuschießen oder Drittmittel bereitstellen. Auch eine neue Factoring-Vereinbarung sei in Arbeit.

Liquidation keine Alternative

Eine Zerschlagung des Unternehmens wäre für die Gläubiger wohl noch ungünstiger, schätzt der AKV. Bei einer Liquidation würden durch aufgelöste Verträge und Schadenersatzforderungen weitere Millionen-Verbindlichkeiten entstehen. Die Verwertungserlöse seien „nicht exakt prognostizierbar“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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