
Bei den Zwischenwahlen in den USA haben die Demokraten die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und auch im Senat gewonnen. Internationale Medien kommentieren das am Mittwoch wie folgt:
USA
The Atlantic (Washington):
„Trump ist gezwungen worden, sich seiner politischen Vergänglichkeit zu stellen. Er forderte die Wähler auf, diese Zwischenwahlen zu einem Referendum über ihn zu machen, sich vorzustellen, sein Name stünde auf dem Stimmzettel. Sie haben ihm zugehört – und ihm eine Absage erteilt.
Wall Street Journal (New York):
„Während für die Demokraten ein Dominostein nach dem anderen fällt, wird (…) viel über das Ende von Präsident Trumps politischem Projekt gesprochen – sofern man überhaupt von einem solchen, in sich schlüssigen Projekt sprechen kann – was nachvollziehbar ist. Die Republikaner werden abgestraft, weil sich Trump in Wirtschaftsfragen immer wieder selbst ein Bein stellt (…) und selbst dann, wenn er tatsächlich einmal recht hat (im Fall vom Iran), damit kämpft, sich verständlich zu machen.“
New York Times:
„Präsident Trump hat in den vergangenen zwei Jahren versucht, die amerikanische Demokratie zu untergraben. Am Dienstag stellten sich die Wähler ihm entgegen. (…) In den kommenden zwei Jahren, in denen Trump noch Präsident ist, müssen der Kongress und die Richter darauf vorbereitet sein, weiteren Versuchen seinerseits entgegenzutreten, die verfassungsmäßige Ordnung zu untergraben. Dennoch ist dies ein Tag, an dem man stolz sein kann. Aufstrebende Autoritäre nutzen Parlamentswahlen oft dazu, ihre Macht zu zementieren und die Demokratie weiter zu untergraben. 2026 hat das amerikanische Volk Trump dies verwehrt. Das System hat standgehalten.“
Australien
Sydney Morning Herald:
„Ein Ende der turbulenten Trump-Ära in der amerikanischen Politik ist in Sicht. Der Ausgang der Wahlen wird bestimmen, wie sich die kommenden zwei Jahre gestalten. Die Umfragen legen nahe, dass wir den Höhepunkt von Trump wahrscheinlich bereits erlebt haben. Was danach kommt, müssen jedoch er, sein Kabinett und der neue Kongress erst noch untereinander ausfechten. Es könnten zwei schwierige Jahre werden.“
Spanien
El País (Madrid):
„Für die Republikaner war es ein regelrechtes Gemetzel, eine herbe Abstrafung des US-Präsidenten und ein historischer Abend. (…) Angetrieben vom Überdruss der Wähler angesichts einer chaotischen Präsidentschaft voller gebrochener Versprechen, schlug die Opposition mit Wucht gegen Trump zurück – wie ein Kämpfer, der sich nach einer Niederlage wieder aufgerappelt hat. Die Umfragen sagten eine “blaue Welle„ voraus, doch (…) ein regelrechter Tsunami fegte schließlich über die republikanischen Küsten hinweg.“
La Vanguardia (Barcelona):
„Die große Frage, die man sich heute stellen muss, lautet: Welchen Trump werden wir von nun an sehen – nach dieser überwältigenden Niederlage? (…) Die internationale Lage ist derart instabil geworden, dass Trump in den kommenden zwei Jahren seiner Amtszeit eine Katastrophe auslösen könnte. Wir werden sehen, wie ihn diese harte Niederlage emotional beeinflusst. Es bleiben zwei Jahre zwischen Krieg und Frieden.“
Italien
La Repubblica (Rom):
„Trump steuerte tatsächlich auf ein epochales Debakel zu, das ihm voll und ganz selbst zuzuschreiben ist. Das Thema, das die Wähler am meisten beschäftigte, war nämlich die Inflation – ausgelöst und befeuert durch den Krieg im Iran – weshalb die Verantwortung für die Unzufriedenheit direkt beim Chef des Weißen Hauses und seinen Entscheidungen liegt.“
La Stampa (Turin):
„Ein blauer Tsunami überrollt die Republikaner, demütigt Präsident Trump und belebt …read more
Source:: Kurier.at – Politik



