
Spätestens im Herbst 2027 wird in Tirol ein neuer Landtag gewählt. Umfragen deuten derzeit auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1 zwischen den Freiheitlichen und der Volkspartei unter Anton Mattle.
Seit 2022 ist Mattle Landeshauptmann von Tirol, und weil der 63-Jährige dieses Amt auch gern nach der Wahl bekleiden möchte, versucht er nun, seine Tiroler Volkspartei neu zu positionieren.
„Partei der Mitte“
Am Samstag setzte er dafür durchaus ungewöhnliche Schritte: Er will die Tiroler ÖVP als „die Tirol-Partei“ und „Partei der Mitte“ neu positionieren. Am Vormittag begann im Innsbrucker Congress dazu der „Grundsatzparteitag“ der Landespartei mit Beschluss des ersten „Grundsatzprogrammes“ und der neuen „Tirol-Mitgliedschaft“ der ÖVP. Für die Volkspartei ist das außergewöhnlich, bislang kann man der Bundespartei beitreten oder aber dem ÖAAB, dem Wirtschafts- oder dem Bauernbund. Die Mitgliedschaft nur bei einer Landespartei gibt es bisher nicht.
Mattles Kalkül richtet sich deutlich gegen die schwächelnde Bundespartei, man spüre nicht gerade „viel Rückenwind“ durch die Bundespolitik, bemängelte er. Dass man in der Bundespartei mit der Tirol-Mitgliedschaft „keine Freude mit diesem Weg der Tiroler Volkspartei“ habe, sei für ihn „durchaus verständlich“, räumte er ein.
Während Mattles Rede weilte ÖVP-Chef und Kanzler Christian Stocker noch in China. Wie man hört, wird man Mattle am Ende wohl gewähren lassen, was nichts daran ändert, dass die Parteistatuten verlangen, dass die Bundespartei dem Tiroler Treiben zustimmen muss.
Ohnehin wollen die Tiroler nicht von einer Abspaltung von der Bundespartei sprechen. Allerdings war am Samstag auch der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder geladen – was man auch als Symbol interpretieren kann. Schließlich gibt es in Deutschland seit jeher eine Trennung zwischen der CDU und der bayrischen CSU. Im Bundestag bilden die beiden dennoch eine Fraktion.
Mattle sagte im Vorfeld, sein Verhältnis zu Kanzler Stocker sei „intakt“ und dieser mache einen „guten Job“.
Source:: Kurier.at – Politik



