Buchkritik: Schauspieler Matthias Brandt und „Blackbird“

Kultur

Erwachsenwerden ohne Bogi und ohne Jacqueline Schmiedebach ist nicht lustig.

Das hört leider auf, dass man sich darüber unterhält, wie gut ein Furz brennt.

Trinkt man viel Cola, geht’s nicht gut (übrigens).

Ein solches Gespräch war das letzte zwischen Bogi und Motte, bevor Bogi ins Krankenhaus musste. Krebs,

Ein solches Gespräch war das letzte, bevor Motte mit seinen 15 Jahren aufhörte, ein Kind zu sein.

Willy Brandts Sohn Matthias (Foto oben), der Schauspieler, bleibt auch in seinem zweiten Buch bei den jungen Leuten.

Sein erster Roman „Raumpatrouille“ klang sehr nach eigenen Jugenderlebnissen. Willy Brandt trat nur einmal in Erscheinung, sonst hielt er sich als Geist im Hintergrund.

Bei „Blackbird“ hat man das Gefühl, jetzt erlaubt sich der 57-jährige Berliner Autor mehr Freiheiten, jetzt wurde viel mehr von ihm erfunden, jetzt darf die Literatur sozusagen mit Matthias Brandt durchbrennen. Die Zwei passen gut zueinander.

Motte ist der Erzähler. Der freche Ton passt. Brandt hat Humor, den spielt er aus , das wird dann ein bissl so wie „Der kleine Nick“ für die etwas Größeren, samt: Wir spielen dem sadistischen Turnlehrer einen Streich, den er nie vergessen wird.

Brandt achtet trotzdem sehr darauf, dass niemand glaubt, Erwachsenwerden sei etwas Lustiges.

Knörk

Es tut weh, wenn Motte im Kino neben Jacqueline Schmiedebach sitzt, der ersten Liebe, und sie küsst – ihren anderen Sitznachbarn.

Und wenn der beste Freund stirbt und man mit dem Kassettenrecorder am Grab sitzt und seine Lieblingslieder spielt, wie soll man da unbeschwert bleiben können?

Das ist halt nicht gerade ein Thema, über das zu wenig geschrieben und zu selten gelesen wurde.

Überraschend ist nichts – sieht man davon ab, dass es angeblich ein Wort dafür gibt, wenn sich die Haare nicht entscheiden können, ob sie blond sind oder braun oder grau oder irgendwas sonst.

Dann sind sie knörk.

Die Zeit der brennenden Furze möge nach der Pubertät zurückkommen.

Matthias Brandt:
„Blackbird“
Kiepenheuer
& Witsch.
288 Seiten.
22,709 Euro.

KURIER-Wertung: ****

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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