„Geheimmission Zauberflöte“ lässt viele Fragen offen

Kultur

Mit ihren „Wanderopern“ will die Regisseurin Nina Blum Kinder ab sechs Jahren mit dem Genre Oper vertraut machen. Sie entwirft dafür ihre Versionen von zentralen Werken und führt das junge Publikum durch die Wiener Staatsoper. Die große Bühne bleibt dabei jedoch ausgespart. Das Prinzip hat sich trotzdem bereits in zwei Produktionen, „Die Entführung aus dem Serail“ und bei Richard Wagners „Fliegendem Holländer“, bewährt. Für die aktuelle Produktion hat sie Mozarts „Zauberflöte“ zur „Geheimmission Zauberflöte“ umgedeutet.

Das Publikum wird in Team „Sonne“ und Team „Mond“ geteilt. Das Personal ist auf sechs Figuren, Tamino, einen bunten Vogel, Pamina und Papageno, Sarastro und die Königin der Nacht reduziert. Die Handlung ist in knapp eineinhalb Stunden komprimiert und setzt mit dem Vogel ein. Der erklärt, worum es geht.

Doch bereits zu Beginn kann es für Kinder, die das Original kennen, verwirrend werden. Denn Nina Blum schreibt das Werk fast komplett neu. Zwei Raben, die der Königin der Nacht dienen, weisen Tamino und Papageno den Weg erst zu den Wunderinstrumenten Glockenspiel und Zauberflöte, die mithilfe der Kinder an der nächsten Station in einem Ratespiel gewonnen werden.

Dann geht’s zu Pamina. Die befindet sich wie bei Mozart in Sarastros Reich. Das liegt im Mahler-Saal. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie in einer Opernpause in diese Fantasiewelt (Ausstattung Marcus Ganser) eintreten. Sarastro ist ein seltsamer Kerl, eine Art ausgeflippter Esoteriker, der irgendetwas von Isis und Osissis schwafelt. Sein Auftritt wird mit dem Lied „Hey, ho, Sarastro!“ begleitet.

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Papageno und Tamino erklären sich bereit, sich Prüfungen zu unterziehen, um Pamina zu befreien. Doch diese verkündet, sie wolle auf eigenen Beinen stehen und werde sich diesen auch stellen. Zwischendurch geht’s in zwei Gruppen auf die Mittelstiege zum nächsten Ratespiel. Woraus die Prüfungen bestehen, geht nicht hervor. Auch wer diese „Isis und Osissis“ sind, bleibt ungeklärt.

Am Ende finden die Paare zueinander, Tamino und Pamina, aus dem Vogel wird Papagena und Sarastro findet Gefallen an der Königin der Nacht. Zentrale Arien werden zumindest zum Teil gesungen. Ilia Stapel setzt sich auch vokal als Königin der Nacht eindrucksvoll in Szene. Grace Murphy zeigt Pamina als selbstbewusste junge Frau und intoniert mit klarem Sopran. Patrizia Leitsoni verkörpert engagiert den Vogel. Daniel Ogris und Evgeny Solodovnikov komplettieren als Papageno und Sarastro.

Ob die jüngsten im Publikum etwas vom wirklichen Zauber der Musik dieser Mozart-Oper mitbekommen, bleibt fragwürdig. Gerald Reschs Kammerorchesterfassung mit Akkordeon, lässt davon nur wenig spüren. Verzichtbare Musikeinlagen, wie das Sarastro-Lied, ein Zitat aus Falcos „Amadeus“ drängen das Musikalische in die Banalität. Das liegt jedoch nicht am Bühnenorchester, das unter der Leitung von Stephens Hopkins von Station zu Station animiert agiert. Viel Applaus.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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